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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Meta-Analyse zu Kosteneffizienz und Patienten-bezogenem Nutzen Klinischer Behandlungspfade in der Orthopädischen Endoprothetik

Meeting Abstract

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  • Frank Krummenauer - Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Witten
  • Stephan Kirschner - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Dresden
  • Klaus-Peter Günther - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds073

DOI: 10.3205/09gmds073, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0736

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Krummenauer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung: Eine monoton wachsende Anzahl von Publikationen zur Einführung Klinischer Pfade in der Orthopädischen Chirurgie suggeriert ermutigende Ergebnisse [1] aus verschiedenen Perspektiven. Für die Orthopädische Endoprothetik wurde hierzu eine quantitative Meta-Analyse implementiert.

Material und Methoden: In die Meta-Analyse wurden Publikationen des Zeitraums 1995 – 2007 aus dem angloamerikanischen Sprachraum eingeschlossen, die quantitative Informationen zur Bewertung Klinischer Pfade in der Hüft- oder Knie-Endoprothetik berichten. Einschlußkriterien in die Analyse waren unter anderem eine Power der Studie von mindestens 80%, das Einbringen nicht-historischer Vergleichs-Kollektive sowie die Angabe sachgerechter Kenngrößen zu klinischen bzw. ökonomischen Effekten des bewerteten Pfades. Als klinische Endpunkte der Meta-Analyse wurden Spitalverweildauer, Komplikationsrate und durch die Versorgung gewonnene Lebensqualität festgelegt, als ökonomischer Endpunkt die Prozesskosten der Gesamtversorgung aus Operation und Rehabilitation.

Ergebnisse: Initial wurden 172 Artikel via MedLine identifiziert, die quantitative Evaluationen einer Pfadeinführung oder -nutzung berichten, 24 genügten den Einschlußkriterien (13 zu Klinischen Pfaden in der Hüft-Endoprothetik und 11 zu Pfaden in der Knie-Endoprothetik). Initial ergab sich für Hüft- sowie Knie-Endoprothetik eine mediane Reduktion der Spitalverweildauer um 2 Tage (95%-Konfidenzintervall 1 – 4 Tage) nach Einführung Klinischer Pfade, ferner eine Reduktion der intra- und postoperativen Komplikationsrate um 10% (3% – 17%) bzw. 11% (1% – 23%). In entlang Klinischer Pfade versorgten Kollektiven zeigte sich ein Mehrnutzen von 0.07 QALYs bzw. 0.04 QALYs gegenüber Vergleichs-Kollektiven; weder für die Hüft- noch für die Knie-Endoprothetik war dieser Mehrnutzen jedoch statistisch signifikant. Weiter zeigten Prozesskosten-Analysen mediane Einsparungen aus Leistungserbringer-Perspektive von 9% (-2% – 16%) bzw. 16% (-13% – 19%), wiederum weder für Hüft- noch Knie-Endoprothetik statistisch signifikant.

Diskussion: Die Einführung Klinischer Pfade in der Orthopädischen Endoprothetik hat sich in dieser Meta-Analyse nicht als signifikant kosteneffizient erwiesen. Insbesondere muss für Einsparungen in (Teil)- Prozesskosten bedacht werden, dass die keine direkten Geldmittel freistellen, sondern Abläufe weiter modifiziert werden müssen, um die gewonnenen personellen oder infrastrukturellen Ressourcen nutzbar zu machen.


Literatur

1.
Kim S, Losina E, Solomon DH, Wright J, Katz JN. Effectiveness of clinical pathways for total knee and total hip arthroplasty – a literature review. J Arthopl 2003; 18: 69-74.