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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Reha-Prozessleitlinien der Rentenversicherung: Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

Meeting Abstract

  • Marlis Winnefeld - Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin
  • Silke Brüggemann - Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin
  • Rolf Buschmann-Steinhage - Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds946

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds946.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Winnefeld et al.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Im Rahmen des Reha-Leitlinienprogramms fördert die Deutsche Rentenversicherung seit 1998 Forschungsprojekte zur Entwicklung von Prozessleitlinien für die medizinische Rehabilitation. Von insgesamt neun Leitlinien in exemplarisch ausgewählten Indikationen ist eine bereits etabliert, fünf werden zurzeit in einer Pilotphase implementiert und drei weitere sind in der Entwicklung. Folgende Indikationen sind berücksichtigt: koronare Herzkrankheit, chronischer Rückenschmerz, Diabetes mellitus Typ 2, Alkoholabhängigkeit, Brustkrebs, Schlaganfall, Rehabilitation für Kinder und Jugendliche, Depression, Hüft- bzw. Knie-Endoprothetik.

Material und Methoden: Reha-Leitlinien der Rentenversicherung definieren modulare Therapiestandards zur Quali-tätssicherung, die nicht unterschritten werden sollten. Evidenzbasierte Therapiemodule (ETM) beschreiben in ihrer Gesamtheit die für eine multidisziplinäre und umfassende Rehabilitation in der jeweiligen Indikation notwendigen Therapien hinsichtlich Dauer und Häufigkeit. Weiterhin wird definiert, welche Therapien, die in der Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) der Rentenversicherung beschrieben sind, zum jeweiligen ETM gehören. Ein Mindestanteil entsprechend zu behandelnder Patient(inn)en wird als Qualitätsindikator für jedes ETM fest-gelegt. Ob dieser Mindestanteil erreicht wird, kann durch Auswertung der in den Reha-Entlassungsberichten kodierten Leistungen modulweise ermittelt werden. Gründe für die Un-tererfüllung der Leitlinienvorgaben werden erfragt.

Als Input für das interne Qualitätsmanagement lassen die Ergebnisse für die Reha-Einrichtungen erkennen, inwieweit die Therapie in den einzelnen Modulen leitliniengerecht erfolgt.

Ergebnisse: Bereits vor Einführung der Leitlinien war in allen Indikationen in einigen Therapiemodulen die Behandlung leitliniengerecht. Es gab jedoch auch Therapiemodule mit deutlicher Unter- oder auch Übererfüllung. Schon kurz nach der Einführung der Reha-Leitlinie in der Indikation koro-nare Herzkrankheit konnten deutliche Veränderungen im Grad der Leitlinienerfüllung registriert werden. Dieser Trend hat sich seitdem verstärkt. Als Gründe für eine Untererfüllung der Leitlinienvorgaben wurden insbesondere unvollständige Verschlüsselung, aber auch fehlender Bedarf und mangelnde Patientenmotivation angegeben.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Der deutliche Trend zur Verbesserung der Versorgungsrealität in den Indikationen mit Reha-Leitlinienvorgaben zeigt, dass die Reha-Leitlinien der Deutschen Rentenversicherung als In-strument der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements erfolgreich einsetzbar sind.


Literatur

1.
Bitzer EM, Brüggemann S, Klosterhuis H, Dörning H. Akzeptanz und Praktikabilität der Leitlinie für die Rehabilitation bei koronarer Herzkrankheit. Rehabilitation 2006; 45 (4): 203-212.
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Brüggemann S, Klosterhuis H. Leitlinien für die medizinische Rehabilitation - eine wesentliche Erweiterung der Qualitätssicherung. RVaktuell 2005; 52 (10/11): 467-475.
3.
Klosterhuis H. Rehabilitations-Leitlinien als Instrument der Qualitätssicherung der Rehabilitation. ZaeFQ 2005; 99 (1): 41-46.