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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Arbeit und Gesundheit von Ärzten in der Weiterbildung – Ergebnisse einer Kohortenstudie

Meeting Abstract

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  • Raluca Petru - Institut und Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, München
  • Peter Angerer - Institut und Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, München

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds890

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds890.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Petru et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Untersuchung zielte darauf ab, den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen (Stressoren und Ressourcen) und psychischer Beanspruchung von Ärzten in der Facharztausbildung im Krankenhaus in einer prospektiven Untersuchung zu charakterisieren.

Material und Methoden: Von 1000 Ärztinnen und Ärzten, die im Jahr 2004 im 2. und 3. Weiterbildungsjahr in bayerischen Krankenhäusern in der unmittelbaren Patientenversorgung arbeiteten, nahmen 621 an der ersten Erhebung teil (303 Männer, 318 Frauen; 30,5 ± 2,7 Jahre alt); von diesen beantworteten 561 Personen (90%) auch im Jahr 2005 die Fragebögen. Neben beruflichen Rahmenbedingungen wurden zu beiden Zeitpunkten spezielle berufliche Belastungen und Ressourcen mittels TAA-KH-S (Büssing und Glaser) erfasst, ferner chronische psychische Beanspruchungen gemessen, sowohl als Gratifikationskrise („effort-reward-imbalance“- ERI, Siegrist), als auch als affektive Störungen (Depression, Angst) gemessen mit dem State-Trait-Inventar (Spielberger).

Ergebnisse: Gestaltungsrelevante Grade der Arbeitsbelastung fanden sich in beiden Jahren für die mehrere Stressoren als auch Ressourcen. Kritisch hohe Werte für den ERI fanden sich bei 17,9%, für depressive Symptome bei 10,8% der Befragten, signifkant häufiger bei Frauen.

Insgesamt erklärten Arbeitsbedingungen 2004 und 2005 51 % und 56 % der empfundenen Anstrengung, 34 % und 39 % der Belohnung und damit 43 % und 50 % des Quotienten. Depression ließ sich in den Jahren 2004 und 2005 zu 29 % und 35 % durch Arbeitsbedingungen und empfundene Verausgabung bzw. Belohnung erklären. Zwischen der Veränderung der Verausgabungsneigung und der Veränderung der depressiven Stimmung besteht ein moderater, signifikanter Zusammenhang (r=.31). Durch weitere Analysen (Strukturgleichungsmodelle) wurde die Frage der Kausalität zwischen Arbeitsbelastung und psychischer Beanspruchung überprüft.

Schlussfolgerung: Belastungen und Ressourcen der Arbeit im Krankenhaus beeinflussen entscheidend das Verhältnis von empfundener Anstrengung zu Belohnung und depressive Verstimmung. Aus präventiven Gesichtpunkten heraus ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Arbeitsbedingungen scheinen ein geeigneter Ansatzpunkt für Interventionen, um psychischer Erkrankung vorzubeugen.

Dieser Beitrag gehört zum Symposium „Arbeit und Gesundheit im Krankenhaus“, Moderation Peter Angerer und Jürgen Glaser.