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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Tabakkonsum und Passivrauchexposition bei Jugendlichen in Deutschland – Ergebnisse der KiGGS-Studie

Meeting Abstract

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  • Thomas Lampert - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Michael Thamm - Robert Koch-Institut, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds860

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds860.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Lampert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Das Rauchen ist nachweislich ein zentraler Risikofaktor für eine Vielzahl chronischer Krankheiten und Beschwerden. Je früher mit dem Rauchen begonnen wird, desto gravierender sind die Folgen für die Gesundheit und desto schwieriger fällt es später, das Rauchen wieder aufzugeben. Mit dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert Koch-Instituts steht eine Datengrundlage bereit, die eine differenzierte Beschreibung des Rauchverhaltens und auch der Passivrauchbelastung von Jugendlichen ermöglicht und damit Ansatzpunkte für die Tabakprävention aufzeigt.

Material / Methoden: An der KiGGS-Studie haben zwischen Mai 2003 und Mai 2006 insgesamt 17.641 Jungen und Mädchen sowie deren Eltern teilgenommen. Die Fragen zum Rauchen richteten sich an Jugendliche im Alter von 11-17 Jahren (n=6.813). Dabei sollten die Jugendlichen angeben, ob sie rauchen, wie regelmäßig und wie viel sie rauchen und in welchem Alter sie mit dem Rauchen angefangen haben. Um auch Aussagen über die Passivrauchbelastung treffen zu können, wurden die Jugendlichen gefragt, wie häufig sie sich in Räumen aufhalten, die verraucht sind.

Ergebnisse: Im Alter von 11-13 Jahren ist der Anteil der Jungen und Mädchen, die rauchen, mit 3-4% noch relativ gering. Von den 14- bis 17-Jährigen rauchen aber bereits 31% der Jungen und 32% der Mädchen. 21% der Jungen und Mädchen dieser Altergruppe gaben an, täglich zu rauchen. Von den Jugendlichen, die selbst nicht rauchen, sind mehr als ein Viertel mehrmals in der Woche Tabakrauch ausgesetzt, etwa ein Fünftel sogar fast jeden Tag. Sowohl für das Rauchen als auch für die Passivrauchbelastung lässt sich feststellen, dass Jungendliche mit niedrigem Sozialstatus verstärkt betroffen sind.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der KiGGS-Studie verdeutlichen, dass in Deutschland nach wie vor ein großer Anteil der Jugendlichen raucht oder durch Tabakrauch belastet wird. Dadurch wird die Notwendigkeit von Interventionen zur Verhinderung des Einstiegs ins Rauchen und zum Schutz vor Tabakrauch unterstrichen.