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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Virusnachweis in Badegewässern (EU-Projekt „Virobathe“)

Meeting Abstract

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  • Stefanie Huber - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Christiane Höller - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds836

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds836.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Huber et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Bayer. Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) beteiligte sich im Jahr 2006 als eine von 16 Institutionen aus neun EU-Mitgliedsstaaten am Forschungsprojekt „Virobathe“. Das Projekt hatte zum Ziel, eine Methode für den Nachweis bestimmter Viren in Badegewässern zu entwickeln. Diese Methode sollte sensitiv sein, jedoch auch schnell Ergebnisse liefern, kostengünstig und in Routinelabors durchführbar sein.

Bisher gibt es nur wenige Daten zum Vorkommen von Viren in Badegewässern und deren Bedeutung für die Gesundheit. Die neue EU-Badegewässerrichtlinie [1] sieht im Moment keinen Virusparameter vor. Von der Europäischen Kommission wird aber bis 2008 ein Bericht gefordert, der neueste „Entwicklungen, die für die Parameter für die Badegewässerqualität von Belang sind, einschließlich in Bezug auf Viren“ beinhalten soll.

Material und Methoden: Insgesamt wurden während der Badesaison 2006 von jedem der beteiligten Labore 100 Proben (25 Probenahmetermine mit je vier Parallelproben zu je zehn Litern) auf Adeno- und Noroviren untersucht. Für Süßwasserproben erwies sich eine Filtration über Glaswolle als effizientestes Konzentrierungsverfahren. Aus einer Wasserprobe von zehn Litern wurde dabei über zahlreiche Zwischenschritte ein Konzentrat von zehn Millilitern. Für den molekularbiologischen Virusnachweis wurden aus der Hälfte jedes Konzentrats die viralen Nukleinsäuren mit Hilfe magnetischer Silikapartikel extrahiert. Noroviren wurden mit einer nested RT-PCR und Adenoviren mit einer nested PCR detektiert. Die andere Hälfte des Konzentrats konnte zum Beimpfen von Zellkulturen für den Nachweis infektiöser Adenoviren verwendet werden.

Ergebnisse: Das LGL entnahm 100 Proben aus der Amper, von denen 80 positiv für Adenoviren und 15 positiv für Noroviren waren (PCR-Ergebnisse). Infektiöse Adenoviren wurden in 16% der untersuchten PCR-positiven Proben nachgewiesen (Zellkultur).

Diskussion/ Schlussfolgerungen: Mit der im Projekt „Virobathe“ entwickelten Methode können Viren in Oberflächengewässern erfolgreich nachgewiesen werden. Die Daten aller Projektbeteiligten werden statistisch analysiert und an die Europäische Kommission übermittelt. Die Ergebnisse sollen bei der Beantwortung der Frage helfen, ob bei einer zukünftigen Revision der EU-Badegewässerrichtlinie ein Virusparameter eingebaut werden kann.


Literatur

1.
EG (2006): Richtlinie 2006/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Februar 2006 über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung und zur Aufhebung der Richtlinie 76/160/EWG