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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Prävention von berufsbedingten Hautveränderungen an den Händen – eine betriebliche Interventionsstudie bei Altenpflegkräften

Meeting Abstract

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  • Madeleine Dulon - Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege BGW, Hamburg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds806

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds806.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Dulon.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Pflegekräfte haben ein erhöhtes Risiko an berufsbedingten Handekzemen zu erkranken [1]. Die BGW führt Präventionsmaßnahmen zum Hautschutz durch, um Pflegekräfte zu befähigen, dauerhaft ohne schwerwiegende Hauterkrankungen in ihrem Beruf tätig zu sein. Aus dem Bereich der Altenpflege gehen jährlich etwa 850 Verdachtsmeldungen auf berufsbedingte Hauterkrankungen bei der BGW ein [2]. Im Rahmen einer Interventionsstudie wurde untersucht, ob sich durch die Betriebsberatung „Hautschutz in der Altenpflege“ eine Verbesserung des Hautbefundes und des Hautschutzverhaltens von Altenpflegekräften erzielen läßt.

Material und Methoden: 388 Altenpflegekräfte wurden zufällig verteilt auf die Interventionsgruppe (IG; n=146) und Kontrollgruppe (KG; n=242). Die Maßnahme umfasste mehrere 1stündige Betriebsberatungen durch Berufshelfer mit praktischen Übungen zum Gebrauch von Handschuhen und zur Pflege der Hände sowie eine Abschlussberatung mit der Leitung. Die Pflegekräfte aus der KG erhielten anstelle der Hautschutzberatung eine Schulung zum rückengerechten Arbeiten am Pflegebett. Die Pflegekräfte in beiden Gruppen wurden zu Beginn der Studie und 12 Monate später von Betriebsärzten auf Handekzeme untersucht und zum Hautschutzverhalten schriftlich befragt.

Ergebnisse: Die Prävalenz von Hautvänderungen lag zu Beginn in der IG bei 26% und in der KG bei 19% (p=0,119). Am Ende der Studie wurde in beiden Gruppen eine Verbesserung des Hautbefundes diagnostiziert: um 21% in der IG und um 13% in der KG (p=0,053). Am Ende der Studie hatte sich das Verhalten in der IG bei 2 von 5 Hautschutzkriterien verbessert: die Hände wurden häufiger eingecremt (p<0,01) und häufiger ausschließlich desinfiziert als in der KG (p<0,05). Ein Prädiktor für einen verbesserten Hautbefund nach der Hautschutzberatung ist die Neigung zu trockener Haut.

Diskussion: In beiden Gruppen ist es zu einer Verbesserung des Hautbefundes gekommen. Wir vermuten, dass die ärztliche Erhebung des Hautbefundes auch zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für Hautschutz der Pflegekräfte in der KG beigetragen hat. Im Fokus betrieblicher Präventionsstrategien in der Altenpflege sollten hautempfindliche Personengruppen stehen.


Literatur

1.
Belsito DV (2005). Occupational contact dermatitis: etiology, prevalence, and resultant impairment/disability. J Am Acad Dermatol 53: 303-313.
2.
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (2006). Reha-Koordination. Jahresstatistik aus den Jahren 1995 – 2005.