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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Feintypisierung von EHEC-Isolaten aus Bayern

Meeting Abstract

  • Ulrich Busch - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Carolin Schreiber - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Martha Garcia Diez - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Stefan Hörmansdorfer - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Ute Messelhäußer - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Andreas Sing - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds788

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds788.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Busch et al.
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Gliederung

Text

Der Nachweis von EHEC aus klinischen Proben und Lebensmittelproben ist mit den herkömmlichen kulturellen Verfahren der Stuhldiagnostik nicht möglich. Für eine sichere Diagnostik haben die molekularbiologischen Methoden (PCR) die größte Bedeutung. Nach Anzucht der Stuhlprobe auf Endoagar (37 °C, 18 h) und Abschwemmung der Bakterienkolonien werden die Shigatoxin-Gene (stx-1 und stx-2) mittels PCR und Agarosegelelektrophorese oder durch Real-Time PCR nachgewiesen. Im positiven Fall werden in einem zweiten Ansatz die Shigatoxingen tragenden Kolonien mit Hilfe von Koloniehybridisierungsverfahren identifiziert und charakterisiert (z.B. eae-Gen, hlyA-Gen, Subtilase-Gen). Die Serotypisierung der Isolate erfolgt in den Nationalen Referenzzentrum für Enterobacteriaceae in Wernigerode.

Die Pathogenese des hämolytisch-urämischen Syndroms wird allgemein durch einen Endothelzellschaden nach gastrointestinaler Infektion mit Shigatoxin-produzierenden Escherichia coli (STEC) erklärt; Shigatoxin (Stx) wird dabei als der wichtigste Virulenzfaktor betrachtet, der diese Mikroangiopathie und ihre Folgen verursacht. Da verschiedene STEC-Stämme sich in ihrer Pathogenität unterscheiden, könnten auch andere Virulenzfaktoren an der Endothelschädigung beteiligt sein. Einen solchen Virulenzfaktor könnte das kürzlich beschriebene Zytotoxin vom AB5-Typ Subtilase (SubAB) darstellen [1]. SubAB wurde erstmals in einem australischen non-O157 STEC-Stamm mit der Bezeichnung 98NK2 beschrieben, der aus einem HUS-Ausbruch unter Kindern stammt. In Mäusen verursacht SubAB nach parenteraler Gabe eine Mikroangiopathie. In Australien tragen ca. 10% der klinischen STEC-Isolate das subAB operon. Dabei ist die Anwesenheit von subAB mit der Anwesenheit von stx2 und ehxA assoziiert [2]. Die globale Verteilung von subAB-positiven STEC ist unbekannt.

Für die Feintypisierung wurden 200 verschiedene EHEC unterschiedlichen Serotyps, die aus an das LGL zur Diagnostik eingesandten überwiegenden humanen Stuhlproben stammen, mittels PCR auf die Anwesenheit von subAB, stx1, stx2, eae und hlyA untersucht. Dabei konnte bei 6 Isolaten subAB nachgewiesen werden.


Literatur

1.
Paton A, Srimanote P, Talbot U, Wang H, Paton J. A new family of potent AB5 cytotoxins produced by Shiga toxigenic Escherichia coli. J Exp Med. 2004;200:35-46.
2.
Paton A, Paton J. Multiplex PCR for direct detection of Shiga toxigenic Escherichia coli strains producing the novel subtilase cytotoxin. J Clin Microbiol. 2005;43:2944-2947.