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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Entwurf einer elektronischen Patientenakte für die Neonatologie der Universitätsklinik Heidelberg unter Verwendung des openEHR- Ansatzes

Meeting Abstract

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  • Jasmin Buck - Universität Heidelberg, Studiengang Medizinische Informatik, Heidelberg
  • Petra Knaup - Universität Heidelberg, Abteilung Medizinische Informatik, Heidelberg
  • Sebastian Garde - Central Queensland University; Austin Health, Heidelberg VIC, Australien
  • Christian Kohl - Universität Heidelberg, Abteilung Medizinische Informatik, Heidelberg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds787

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds787.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Buck et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Gegenstand: Um eine Kommunikation zwischen allen an der Betreuung eines frühgeborenen Kindes beteiligten Personen zu unterstützen und damit eine optimale Versorgung zu fördern, wurde eine elektronische Patientenakte (EPA) für die Abteilung Neonatologie der Universitätskinderklinik Heidelberg empfohlen [1]. Durch die überwiegend papierbasierte Dokumentation besteht zurzeit insbesondere der Nachteil, dass verschiedene Dokumentationssysteme gepflegt und Daten teilweise mehrfach erfasst werden.

Methoden: Zur Strukturierung, Speicherung, Verwaltung und zum Austausch elektronischer Patientendaten kann der von openEHR entwickelte Ansatz verwendet werden [2], [3]. Dabei definieren Archetypen den Inhalt der EPA, sie entsprechen einem vollständigen, eindeutigen und klinisch sinnvollen Begriff auf Domänenebene [4].

Um die Archetypen für eine neonatologische EPA zu modellieren, werden alle zu dokumentierenden Merkmalsarten und deren Wertebereiche ermittelt. Nach Strukturierung zu vollständigen Begriffen und klinisch logischen Einheiten werden die Archetypen modelliert. Dies erfolgt mit dem ‚Archetype Editor’ und der ‚ADL workbench’. Wenn möglich, werden bereits vorhandene Archetypen berücksichtigt und übernommen oder spezialisiert [5].

Ergebnisse: Nach dieser Vorgehensweise wurde eine Merkmalsliste mit etwa 1820 Merkmalen erstellt. Derzeit wurde mit der Strukturierung und Modellierung der Archetypen begonnen. Beispiele sind ein Archetyp mit Angaben zur Primärversorgung des Neugeborenen oder ein Archetyp zur Dokumentation der administrativen Aufnahme. Bis zur Tagung werden die Archetypen vollständig vorliegen. Einige existierende openEHR Archetypen, wie zum Beispiel openEHR-EHR-OBSERVATION.body_weight-birth oder openEHR-EHR-OBSERVATION.laboratory (verfügbar unter http://svn.openehr.org/knowledge/archetypes/dev/) können übernommen oder spezialisiert werden.

Diskussion: Der Archetypen-Ansatz von openEHR erweist sich auch bei umfangreichen Merkmalslisten als hilfreich. Dabei ist besonders auf eine geeignete Strukturierung zu achten. Archetypen können so modelliert werden, dass eine Mehrfacherfassung vermieden werden kann. Dies würde im Falle der Neonatologie der Universitätskinderklinik Heidelberg die Dokumentation besonders unterstützen.

Die Zahl verfügbarer Archetypen, die für die Neonatologie angepasst werden können, ist relativ hoch einzuschätzen. Damit kann Modellierungsaufwand gespart und semantische Interoperabilität mit anderen Anwendungssystemen erreicht werden.


Literatur

1.
KOHL C (2006). Kommunikationskonzept für die Entwicklungsfördernde, familienzentrierte, individuelle Betreuung Früh- und Neugeborener an der Universitätsklinik Heidelberg. Heidelberg: Universität Heidelberg / Hochschule Heilbronn (Diplomarbeit : Studiengang Medizinische Informatik).
2.
BEALE T, HEARD S, KALRA D, LLOYD D (2006). Architecture Overview. http://svn.openehr.org/specification/TRUNK/publishing/architecture/overview.pdf. Letzter Zugriff 05.12.2006. Externer Link
3.
GARDE S (2006). Semantisch interoperable elektronische Gesundheitsakten auf Basis des openEHR-Ansatzes – einfach archetypisch. Forum der Medizin_Dokumentation und Medizin_Informatik mdi. 2006;(4):100-4.
4.
BEALE T (2002). Archetypes Constraint-based Domain Models for Futureproof Information Systems. OOPSLA 2002 workshop on behavioural.
5.
GARDE S, HOVENGA E, BUCK J, KNAUP P (2006). Ubiquitous information for ubiquitous computing: expressing clinical data sets with openEHR archetypes. Studies in Health Technology and Informatics. 2006;(124):215-20.