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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Gesundheit und Geschöpflichkeit – Perspektiven eines sich ändernden Bewusstseins in den 1980er Jahren

Meeting Abstract

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  • Dominik Baltes

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds768

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds768.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Baltes.
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Gliederung

Text

Im Zusammenhang mit veränderten medizinischen und bioethischen Rahmenbedingungen wird vermehrt auch der Begriff der Gesundheit als zentraler Bezugspunkt für ärztliches Handeln erörtert. Innerhalb der pluralistischen Diskussion orientieren sich einige Autoren am Begriff einer Gesundheit, die nicht unmittelbar auf den Aspekt der Ressourcen und der Prävention abstellt und damit eher eine Nähe zur anthropologischen Diskussion aufweist.

Als Beispiel hierfür mag das 1987 erstmals erschienen Hauptwerk Lennart Nordenfelts „On the Nature of Health“ dienen. Gesundheit scheint in diesem Konzept zur Bedingung der Möglichkeit glücklichen und sinnerfüllten Lebens zu werden. Gleichzeitig zeigt dieser Ansatz aber auch, dass offensichtlich auch der gesunde Mensch – da unter den geschöpflichen Bedingungen stehend – kein dauerhaftes Glück selbst heraufführen kann.

In gegenwartssoziologischen Beschreibungen unserer modernen Gesellschaften treffen stark ausgeweitete Auffassungen von Gesundheit auf eine Umschreibung gegenwärtiger Gesellschaftsformationen wie Risikogesellschaft (Ulrich Beck), Erlebnisgesellschaft (Gerhard Schulze) oder Multioptionsgesellschaft (Peter Gross). Wenn schon die Endlichkeit des Daseins ihrerseits nicht abgeschafft werden kann, dann ist die Lebenszeit innerhalb einer säkularen Gesellschaftsstruktur wenigstens so vollumfänglich wie möglich auszuschöpfen.

Der Vortrag möchte sich vor dem aufgezeigten Horizont mit der Frage auseinandersetzen, wie die zentrale Stellung der Gesundheit, die auch dazu führt, dass viele Menschen bereit sind ihrer Aufrechterhaltung alles Andere unterzuordnen, aus theologischer Sicht zu bewerten ist. Es soll die These eine Überprüfung unterzogen werden, ob es ein durchgängiges Motiv theologischer und kirchlich-lehramtlicher Stellungnahme neueren Datums ist, an die Begrenztheit menschlicher Möglichkeiten zu erinnern und dessen eingedenk dem Menschen für eine wirklich humane Gestaltung seines irdischen Daseins die Annahme seiner Geschöpflichkeit zu empfehlen sowie ihn an die Tugend des Maßhaltens zu erinnern.