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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Gesundheit und Gesundheitsverhalten der schweizerischen Bevölkerung im internationalen Vergleich und im zeitlichen Verlauf

Meeting Abstract

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  • Gabriele Wiedenmayer - Eidgenössisches Departement des Inneren, Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel
  • Renaud Lieberherr - Eidgenössisches Departement des Inneren, Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel
  • Manfred Neuhaus - Eidgenössisches Departement des Inneren, Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds455

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds455.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Wiedenmayer et al.
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Gliederung

Text

Ziele: Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der schweizerischen Bevölkerung und verfolgt zwei Ziele: zum einen ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern anhand ausgewählter Indikatoren, zum anderen eine Untersuchung zeitlicher Veränderungen innerhalb der Schweiz.

Material und Methoden: Die Schweizerische Gesundheitsbefragung gehört zu den grossen nationalen Surveys, die Gesundheit, Krankheiten, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen und Bedingungen repräsentativ erfassen, wobei sie sich an Vorgaben von Eurostat orientiert. Die Befragung erfolgt im 5-jährigen Turnus. Für 1992, 1997 und 2002 liegen Daten vor. Erhebungsmethoden sind ein Telefoninterview ergänzt durch einen schriftlichen Fragebogen. Die Stichprobengrössen variieren zwischen ca. 13 – 19 Tsd. Befragten.

Ergebnisse: International vergleichbare Ergebnisse liegen für die Indikatoren „selbst wahrgenommener Gesundheitszustand“, „Rauchen“ und „Übergewicht“ vor. Es zeigt sich, dass im Vergleich zur Bevölkerung anderer europäischer Länder die Schweizer Bevölkerung weniger häufig ihren Gesundheitszustand als „nicht gut“ einstuft, weniger häufig übergewichtig oder adipös ist und tendenziell weniger häufig raucht. Speziell im Vergleich mit Deutschland sind Schweizerinnen und Schweizer weniger häufig übergewichtig oder adipös (CH: 37%, D: 49%) und schätzen ihre Gesundheit häufiger positiv ein (CH 1997: 83%, D 1998: 66%). Bei einem Vergleich der Ergebnisse für die verschiedenen Erhebungszeitpunkte zeichnen sich für die Schweizer Bevölkerung beispielhaft folgende Trends ab: Der Anteil der Übergewichtigen und Adipösen ist zwischen 1992 und 2002 von 30% auf 37% gestiegen, der Raucheranteil ist mit ca. 30% in etwa gleich geblieben.

Schlussfolgerungen: Insgesamt zeigt sich, dass die Schweizer Bevölkerung im internationalen Vergleich in ihrer Gesundheit günstiger abschneidet als die Bevölkerung in den meisten anderen Ländern. Wie gut nun die Ergebnisse tatsächlich vergleichbar sind, muss allerdings kritisch hinterfragt werden, zum Beispiel, ob die Frageformulierung identisch bzw. vergleichbar ist und nicht zuletzt, welche kulturelle und länderspezifische Besonderheiten sich im Antwortverhalten niederschlagen.


Literatur

1.
Bayingana K, Tafforeau J. Comparison of European Health Surveys Results for the Period 2000-2002. Brussels : Scientific Institute of Public Health. 2006.
2.
Bundesamt für Statistik (Hg.). Gesundheit und Gesundheitsverhalten in der Schweiz 1992-2002. Schweizerische Gesundheitsbefragung. Neuchâtel, Schweiz. 2005.