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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Semi-strukturierte Interviews in der Medizinischen Informatik – Indikation, Design und Durchführung

Meeting Abstract

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  • Christa Weßel - Institut für Medizinische Informatik, Aachen
  • Cord Spreckelsen - Institut für Medizinische Informatik, Aachen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds450

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds450.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Weßel et al.
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Gliederung

Text

Zu den Aufgaben in IT-Projekten gehören das Kennenlernen der Anwenderbedürfnisse, die Diskussion von Analyse, Design und Implementierungsergebnissen mit dem Auftraggeber, sowie die Durchführung formativer und summativer Evaluationen. Die dabei eingesetzten Methoden des Software-Engineerings und der statistischen Analyse werden ideal ergänzt durch qualitative Forschungsmethoden, die aus den Sozialwissenschaften stammen [1], [2]. Eines der wichtigsten Werkzeuge ist - neben der Beobachtung - das Interview. Hierbei stellt das semi-strukturierte Interview eine auch für Nicht-Sozialwissenschaftler gut erlernbare und handhabbare Methode dar, die eine nachvollziehbare, klar strukturierte und ziel-orientierte Gewinnung von Informationen, insbesondere von neuen Erkenntnissen zu einer Problemstellung zulässt [3], [4].

Das Tutorium wendet sich an Informatiker und andere Nicht-Sozialwissenschaftler, die sich mit der Analyse, dem Design und der Evaluation von IT im Gesundheitswesen auseinandersetzen, und ihre Fähigkeiten zur Exploration ausbauen möchten [5]. Strukturierte Gespräche mit Auftraggebern, Kollegen und Anwendern sollen zur Gewinnung und systematischen Erschließung von Material führen, das in die eigene Arbeit unmittelbar einfließen kann.

Inhalt und Lernziele (siehe auch [1], [2], [3]):

  • Charakteristika qualitativer Forschungsmethoden,
  • Abgrenzung zu und Kombination mit quantitativen Methoden (Triangulation),
  • Einsatzgebiete qualitativer Methoden in IT-Projekten im Gesundheitswesen, insbesondere des semi-strukturierten Interviews (warum, wozu, für wen, wer, wen, wann, wo, wie lange),
  • Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung,
  • Erstellung eines Interviewleitfadens,
  • Vorverständnis und kontinuierliche Reflektion,
  • Dokumentation,
  • Grundzüge der (computergestützten) Auswertung.

(Selbst-)Einschätzung des Lernerfolges:

  • Vorstellung eines im Tutorium erstellten Interviewleitfadens,
  • szenisch durchgeführte Intervieweinleitung,
  • Gruppendiskussion.

Literatur

1.
Friedman C, Wyatt J. Evaluation Methods in Medical Informatics. New York: Springer 2006.
2.
Bortz J, Döring N. Forschungsmethoden und Evaluation für Human-und Sozialwissenschaftler. Berlin: Springer 2003.
3.
Weßel C, Weymann F, Spreckelsen C. Streamlining Qualitative Research Methods for Medical Informatics - A Methodological Approach. Paper and Poster. Maastricht NL: MIE 2006.
4.
Spreckelsen C, Karakas G, Laue M, Brüffer M, Spitzer K, Weßel C. Explorationsphase und Anforderungsanalyse für das rechnergestützte klinische Informations- und Wissensmanagement. In: Klar R, Köpcke W, Kuhn K, Lax H, Weiland S, Zaiß A (Hg.) 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS). Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc 05gmds225 http://www.egms.de//en/meetings/gmds2005/05gmds478.shtml Veröffentlicht: 08-09-2005 Externer Link
5.
Ammenwerth E, Brender J, Nykänen P, Prokosch H-U, Rigby M, Talmon J. Visions and strategies to improve evaluation of health information system - reflections and lessons based an the HIS-EVAL workshop in Innsbruck. Int J Med Inf 2004; 73 (6): 479-91.