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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Gesundheit in strukturschwachen Regionen – eine ökologische Studie auf Basis der bundesdeutschen Raumordnungsregionen unter Verwendung aggregierter Gesundheitsindikatoren des SOEP und regionaler Strukturmerkmale aus INKAR 2005

Meeting Abstract

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  • Sven Voigtländer - Universität Bielefeld, Bielefeld
  • Gabi Berg - Universität Bielefeld, Bielefeld
  • Oliver Razum - Universität Bielefeld, Bielefeld

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds433

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds433.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Voigtländer et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Angesichts regionaler Polarisierungs- und Differenzierungstendenzen in Deutschland erscheint die Hypothese plausibel, dass ein Zusammenhang zwischen der Strukturschwäche von Regionen und der Gesundheit ihrer Bevölkerung besteht. Strukturschwäche wird dabei als ein regionales Phänomen verstanden, welches sich aus einer geringen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, einer hohen Arbeitslosenquote und einer hohen Abwanderung zusammensetzt.

Material und Methoden: Wir überprüften die Hypothese anhand der 97 bundesdeutschen Raumordnungsregionen (ROR). Zielgröße waren gewichtete, ROR-spezifische Mediane der SF12-Summenscores physische und psychische Gesundheit aus dem Sozioökonomischen Panel 2004. Wir bildeten einen Strukturstärkeindex aus den Variablen Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote und Binnenwanderungssaldo der Indikatorensammlung INKAR 2005 des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Neben deskriptiven Verfahren berechneten wir geschlechtsspezifisch einfache sowie um potentielle Störgrößen erweiterte multiple lineare Regressionsmodelle.

Ergebnisse: Für Männer und für Frauen stiegen die ROR-spezifischen Mediane des SF12-Summenscores physische Gesundheit über die Tertile des Strukturstärkeindexes hinweg an. Die entsprechenden Mediane des unteren, mittleren und oberen Tertils betragen für Männer 50,9; 52,0 und 53,1 und für Frauen 49,2; 50,3 und 51,3. In den multiplen linearen Regressionsmodellen ergeben sich für die Zielgröße ROR-spezifischer Median des SF12-Summencores physische Gesundheit für Männer mit 0,063 und 0,196 signifikante Bestimmtheitsmaße.

Schlussfolgerungen: Hinsichtlich des subjektiven Gesundheitszustandes ist ein Strukturstärkegradient festzustellen. Raumordnungsregionen erwiesen sich aber als unzweckmäßige Analyseebene, da kleinräumigere Disparitäten verloren gehen und Lebenszusammenhänge sowie Aktionsradien von Menschen nicht reflektiert werden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass aus methodischer Sicht Mehr-Ebenen-Analysen und Strukturgleichungsmodelle unter Nutzung kleinräumigerer Analyseebenen notwendig sind. In theoretischer Hinsicht sollten gängige Erklärungsmodelle gesundheitlicher Ungleichheit um einen Raumbezug erweitert werden.