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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Die Implementierung von Community Medicine-Nurses in Hausarztpraxen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern

Meeting Abstract

  • Neeltje van den Berg - Institut für Community Medicine, Universität Greifswald, Greifswald
  • Claudia Meinke - Institut für Community Medicine, Universität Greifswald, Greifswald
  • Romy Heymann - Institut für Community Medicine, Universität Greifswald, Greifswald
  • Thomas Karopka - IT-Science Center, Putbus
  • Wolfgang Hoffmann - Institut für Community Medicine, Universität Greifswald, Greifswald

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds425

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds425.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 van den Berg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: AGnES (Arztentlastende, Gemeindenahe, E-Health-gestützte, Systemische Intervention) ist ein Praxisprojekt zur Implementierung von Community Medicine-Nurses (CM-Nurses) in Mecklenburg-Vorpommern. In ländlichen, von hausärztlicher Unterversorgung bedrohten Regionen, soll die CM-Nurse, auch mit Hilfe telemedizinischer Technik, den Hausarzt entlasten und die Versorgung einer größeren Patientenzahl ermöglichen. Die CM-Nurse übernimmt in Delegation des Hausarztes Hausbesuche bei Patienten mit einer aufgehobenen oder eingeschränkten Mobilität, die nicht in der Lage sind, eine Hausarztpraxis zu besuchen. Ziel des Projektes war die Prüfung, welche Patienten für diese Betreuungsform geeignet sind, welche Tätigkeiten der Hausarzt an die CM-Nurse delegiert und die Akzeptanz dieser Betreuungsform bei den Patienten.

Methoden: Zwischen November 2005 und März 2007 wurden in insgesamt drei Feldphasen 1-2 CM-Nurses in 1-2 Hausarztpraxen auf der Insel Rügen implementiert. Alle Tätigkeiten der CM-Nurses wurden detailliert digital dokumentiert. Zusätzlich wurden zum Abschluss jeder Feldphase die Patienten, Ärzte und CM-Nurses standardisiert befragt.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen in den drei Feldphasen 105 Patienten teil (Altersdurchschnitt 73,7, Range 37-92 Jahre, 2-5 Diagnosen pro Patient). Es wurden in 438 Hausbesuchen insgesamt 48 unterschiedliche Tätigkeiten delegiert, 75% davon waren rein hausärztliche Tätigkeiten. Bei 67 Patienten wurden telemedizinische Geräte (z. B. EKG, Waage, Blutdruckmessgerät) installiert. Die Anwendung telemedizinischer Geräte wurde von 62% der Patienten positiv beurteilt. Die Qualität einer teilweise medizinischen Versorgung durch eine CM-Nurse wurde durch die Hausärzte für 95% der Patienten als gut bewertet. Die Akzeptanz dieser Betreuungsform bei den Patienten war hoch: 88% der Patienten könnten sich für die Zukunft vorstellen, dass eine CM-Nurse Routinehausbesuche übernimmt.

Schlussfolgerungen und Ausblick: Im Praxisprojekt AGnES wurde gezeigt, dass die Unterstützung des Hausarztes durch CM-Nurses, teilweise mit Hilfe telemedizinischer Funktionalitäten, in ländlichen Regionen bei Ärzten und Patienten eine hohe Akzeptanz aufweist. Viele hausärztlichen Tätigkeiten in der Häuslichkeit der Patienten können von CM-Nurses durchgeführt werden. Das Konzept soll in hausärztlich tatsächlich unterversorgten Regionen in verschiedenen Settings weiter erprobt und entwickelt werden.