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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Suche nach Ursachen für nicht effiziente Therapien mittels Case-Based Reasoning

Meeting Abstract

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  • Rainer Schmidt - Universität Rostock, Rostock
  • Olga Vorobieva - Universität Rostock, Rostock

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds362

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds362.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Schmidt et al.
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Gliederung

Text

Therapien führen nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen, manchmal hören sie nach einer Weile auf zu wirken. Hierfür gibt es vielfältige Ursachen, z.B. mag die Diagnose falsch sein, der Zustand des Patienten oder bestimmte Lebensumstände mögen sich geändert haben.

Wir haben das System ISOR [1] zur Unterstützung von Langzeittherapien im Bereich der Endokrinologie und der Psychiatrie entwickelt. ISOR ist ein Case-Based Reasoning (CBR) System, das folgende Aufgaben bewältigt:

  • Erstellung initialer Therapievorschläge (inklusive Dosierungen),
  • Anpassung von Therapien an Laborergebnisse und an veränderte Patientensituationen,
  • Suche nach Ursachen für mangelnde Effizienz eingeleiteter Therapien,
  • Überprüfung vermuteter Ursachen und ggf. Erstellung neuer Therapievorschläge.

ISOR arbeitet interaktiv bei der Lösungssuche mit dem benutzenden Arzt zusammen. Neben der typischen Wissensform des CBR, früheren Fällen, verwendet ISOR weitere Wissenskomponenten, nämlich die Krankengeschichte des aktuellen Patienten, generalisierte Fälle (Prototypen), Therapien, Instruktionen etc.

Da bei chronischen Patienten die gleichen Komplikationen häufig wiederauftreten, können frühere Lösungen oft erneut helfen. Die Patientenhistorie besteht aus einzelnen Episoden, wobei jede Episode einen Fall der Fallbasis darstellt. Die Fallbasis ist Problem orientiert und enthält Episoden, die ein spezielles Problem beschreiben. Diese beinhalten ärztliche Entscheidungen und meist auch eine Lösung. Prototypen spielen eine besondere Rolle. Sie umfassen Verallgemeinerungen des Problems sowie Verallgemeinerungen der Lösungen und helfen insbesondere bei der Suche nach Gründen für Therapieineffizienzen.

Die CBR Methode besteht aus zwei Hauptschritten, der Suche nach früheren ähnlichen Fällen (dem Retrieval) und der Anpassung der Lösungen der früheren Fälle an das aktuelle Problem (der Adaption). In ISOR geschieht das Retrieval mittels Schlüsselwörtern. Da ISOR Problem orientiert arbeitet, impliziert der erste Schlüssel einen Kode für das Problem, der zweite die Diagnose. Weitere Schlüssel werden aus der Wissensbasis entnommen. Diese enthält Diagnosen, Therapiemöglichkeiten, Instruktionen, Konflikte und Probleme, die bei bestimmten Therapien auftreten können. Die Adaption erfolgt als Dialog zwischen dem Arzt, ISOR und dem Patienten.


Literatur

1.
Schmidt R, Vorobieva O. Case-Based Reasoning Investigation of Therapy Inefficacy. Knowledge-Based Systems. 2006;19(5):333-40.