gms | German Medical Science

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Der informierte deutsche Patient: Was weiß er wirklich über neue eHealth-Anwendungen, die eGK und das elektronische Rezept?

Meeting Abstract

  • Hans-Ulrich Prokosch - Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Universität Erlangen, Erlangen
  • Stefan Rebmann - Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Universität Erlangen, Erlangen
  • Christine Birkmann - Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Universität Erlangen, Erlangen
  • Corina Dumitru - Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Universität Erlangen, Erlangen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds313

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds313.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Prokosch et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Im Gegensatz zu den USA, wo Patienten immer häufiger via Email mit ihren Ärzten kommunizieren [1], unmittelbaren Zugriff auf ihre Krankenakte in behandelnden Krankenhäusern erhalten [2] oder sogar von ihren Arbeitgebern persönliche elektronische Gesundheitsakten zur Nutzung bereit gestellt bekommen [3], scheint das Thema „patient empowerment“ in Deutschland noch in den Kinderschuhen zu stecken. Es stellt sich die Frage, wie mündig deutsche Bürger wirklich sind und ob sie die Möglichkeiten neuer eHealth-Anwendungen und die Hintergründe zur Einführung der eGK und des eRezepts überhaupt kennen.

Im Rahmen des europaweiten longitudinalen WHO/EU eHealth Consumer Trends Surveys wird deshalb untersucht, welche Bedeutung die Bürger dem Internet und darauf aufsetzenden eHealth Technologien im Kontext ihrer Gesundheitsversorgung beimessen. In Deutschland wurde zusätzlich, die Kenntnis über und Einstellungen zur Einführung der eGK und des eRezepts sowie zu persönlichen Elektronischen Gesundheitsakten abgefragt.

Material und Methoden: Die telefonische Befragung findet in zwei Erhebungswellen zeitgleich in allen sieben teilnehmenden Ländern statt. Die erste Befragung von 1000 deutschen Bürgern wurde im Oktober 2005 durchgeführt. Ergebnisse hieraus liegen bereits vor. Im April 2007 erfolgt die zweite Befragung. Ergänzend werden die Befragungsergebnisse dieser zwei Erhebungswellen mit einer weiteren Studie verglichen, in der im Mai 2005 Patienten von 367 Arztpraxen der bayrischen Modellregion GOIN die gleichen Fragen gestellt wurden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Befragung aus 2005 zeigten, dass in Deutschland mittlerweile ca. 72% der Bevölkerung online sind, etwa 53% nutzen das Internet auch in Gesundheitsfragen. Die Bereitschaft über die reine Web-Recherche hinaus weitergehende eHealth-Anwendungen (Email, EGA, etc.) zu nutzen ist aber äußerst niedrig. Die Kenntnis über die bevorstehenden Planungen der Bundesregierung mit der Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte und des eRezepts ist sehr gering.

Diskussion: Offensichtlich besteht bzgl. der neuen Möglichkeiten von eHealth-Anwendungen und speziell zum Aufbau einer Gesundheitstelematikinfrastruktur und deren Potential für den „mündigen deutschen Bürger“ noch ein großer Informationsbedarf.


Literatur

1.
Liedermann EM, Morefield CS. Web-Messaging: A new Tool for Patient-Physician Communication. J Am Med Inform Assoc. 2003;10:260–70.
2.
Masys D, Baker D, Butros A, Cowles KE. Giving patients access to their medical records via the internet: the PCASSO experience. J Am Med Inform Assoc. 2002;9:181-91.
3.
McWilliams G. Big Employers Plan Electronic Health Records. The Wall Street Journal Online. 29.11.2006. http://www.louhie.org/Downloads/Big%20Employers%20Plan%20Electronic%20Health%20Records%20-%20WSJ.com.pdf (zuletzt besucht am 30.3.2007) Externer Link