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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Prävention von Pflegebedürftigkeit in der stationären Langzeitpflege

Meeting Abstract

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  • Ulrike Olschewski - Hochschule Neubrandenburg, Neubrandenburg
  • Hans-Joachim Goetze - Hochschule Neubrandenburg, Neubrandenburg
  • Thomas Elkeles - Hochschule Neubrandenburg, Neubrandenburg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds300

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds300.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Olschewski et al.
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Gliederung

Text

Die Bedeutung der Prävention von Pflegebedürftigkeit im Alter nimmt infolge der demografischen Entwicklung zu. In diesem Zusammenhang erhält das Integrationsmodell nach Hirschfeld bei der quartiären Prävention, der Vorbeugung der Pflegebedürftigkeit im Alter, einen wesentlichen Auftrag. Bisher wurde der Prävention von Pflegebedürftigkeit eher im ambulanten Sektor Beachtung geschenkt, da in der stationären pflegerischen Versorgung Pflegebedürftigkeit bereits in höheren Ausprägungsgraden vorliegt. Es ist ein im SGB XI verankerter Grundsatz, dem Fortschreiten von Pflegebedürftigkeit entgegenzuwirken. Mittels einer Untersuchung sollte geklärt werden, inwiefern in Pflegeheimen tätige Pflegekräfte die Pflegebedürftigkeit für prävenierbar halten, präventiv tätig sind und welche Verfahren sie dazu anwenden. Hierzu wurden im Jahr 2006 in Mecklenburg-Vorpommern Pflegekräfte in Pflegeheimen mittels eines Fragebogens befragt (N =187). Aufgrund der ländlichen Struktur befanden sich 57% der in die Erhebung einbezogenen Einrichtungen in Städten mit weniger als 10.000 Einwohnern. Bei 56,7% der Organisationen handelte es sich um Einrichtungen mittlerer Größe (50 -100 Bewohner, 28% über 100 Bewohner, 14% unter 50 Bewohner). Die befragten Pflegekräften stimmten zu 51,1% der Aussage zu, dass der Pflegebedürftigkeit der Bewohner vorgebeugt werden kann. Spezielle Betreuungsangebote, die der Pflegeprävention dienlich sein können, waren in Wesentlichen (47,8 - 91,8%) bekannt und wurden regelmäßig (56,1 - 86,1%) angewandt. Dabei gaben die Befragten an, dass sie ein Training je nach Aktivität überwiegend (66,8% - 98,9%) mehrmals täglich ausführten. Als zutreffend gaben die Befragten darüber hinaus an, Zustandsverbesserungen bei körperlichen, psychischen und sozialen Effekten (41,2 - 65,8%) feststellen zu können. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Pflegekräfte Prävention von Pflegebedürftigkeit eher als Vorbeugung gegen weiteres Fortschreiten von Pflegebedürftigkeit verstehen. Deutlich wird allerdings auch, dass es bei der Umsetzung präventiver Konzepte zur Pflegebedürftigkeit in der Langzeitpflege weiterer vertiefender Kenntnisse bedarf. Eine wesentliche Aufgabe der Pflegewissenschaft und der Epidemiologie ist es, den Betroffenen valide Informationen zu reichen, um dem gesetzlichen Auftrag "Prävention vor Rehabilitation" zu entsprechen.