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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Expositionen aus dem Straßenverkehr und Entwicklung von Allergien bei Kindern der GINIplus Geburtskohorte aus dem Raum Wesel

Meeting Abstract

  • Ursula Krämer - Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf
  • Elke Link - IUF, Düsseldorf
  • Dorothea Sugiri - IUF, Düsseldorf
  • Joachim Heinrich - GSF Institut für Epidemiologie, München
  • H.-Erich Wichmann - GSF Institut für Epidemiologie, München
  • Heidrun Behrendt - ZAUM-GSF/TUM, München
  • Thomas Kuhlbusch - IUTA, Duisburg
  • Matthias Hochadel - GSF Institut für Epidemiologie, München
  • Christine Bollrath - Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien, Wesel
  • Andrea von Berg - Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien, Wesel

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds210

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds210.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Krämer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung/ Hintergrund: Langzeitexpositionen mit Schadstoffen aus dem Straßenverkehr führen zu einer erhöhten Mortalität, zu vermehrten Atemwegserkrankungen und zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion. Es gibt vermehrt Hinweise insbesondere aus großstädtischen Regionen, dass sie auch bei der Entstehung von Allergien eine Rolle spielen. Inwieweit dies auch für eher kleinstädtisch und ländlich geprägte Gebiete gilt, wurde bisher nicht untersucht.

Material und Methoden: In der bevölkerungsbasierten Kohorte GINIplus wurden 3042 Eltern von Neugeborenen aus dem Raum Wesel für die Teilnahme rekrutiert. Im Jahresabstand wurden die Eltern nach dem Auftreten von Allergien und deren Symptomen (nach Arztdiagnose: Asthma, asthmoide Bronchitis, Heuschnupfen, Ekzem; Reizhusten nachts, pfeifende Atemgeräusche, Niesanfälle ohne Erkältung, juckender Hautausschlag) sowie nach dem Vorliegen eventueller Störgrößen bei dem Kind befragt. 63% der Eltern beteiligten sich bis zum 6ten Lebensjahr. Für dieses Lebensjahr liegen etwa bei der Hälfte der Kinder auch Daten zu allergischen Sensibilisierungen vor. Langzeitexpositionen gegenüber PM2.5 Absorption (Rußindikator) und Stickstoffdioxid wurden an den Wohnadressen der Kinder mit Hilfe von GIS basierten Regressionsmodellen auf der Grundlage von Messungen bestimmt. Weiterhin wurde die Verkehrsdichte im Umkreis zur Kennzeichnung von Verkehrsexpositionen benutzt. Wir benutzten Cox Regression, um den Einfluss der Langzeitexposition auf die kumulative Inzidenz von Symptomen und Krankheiten unter Berücksichtigung von Störgrößen zu bestimmen.

Ergebnisse: Pfeifende Atemgeräusche und Niesanfälle waren signifikant positiv mit den Maßen für die Verkehrsexposition assoziiert (Niesanfälle ohne Erkältung adjustiertes RR 1.10 95% CI: 1.00 – 1.21 per 1000 pro Tag gefahrene km in 100 m Umkreis). Für Arztdiagnosen und Sensibilisierungen ließen sich keine signifikanten Assoziationen nachweisen.

Diskussion/ Schlussfolgerungen: Auch im eher ländlich und kleinstädtisch geprägten Weseler Untersuchungsareal treten Atemwegssymptome bei relativ höheren Belastungen mit Schadstoffen in Verkehrsnähe häufiger auf. Eine gleichzeitige Beeinflussung von allergischen Sensibilisierungen durch straßenverkehrsbedingte Schadstoffe konnte in diesem Areal allerdings bis zum Alter von sechs Jahren nicht nachgewiesen werden. Folgeuntersuchungen im Alter von 10 Jahren werden zurzeit durchgeführt.