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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Netzwerk „Bewegte Unternehmen“: Gesundheit als Element der Unternehmenskultur – Erlanger Modell betrieblicher Gesundheitsförderung

Meeting Abstract

  • Johannes Kiesel - Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • Horst Christoph Broding - Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • Peter Lederer - Gesundheitsamt Erlangen-Höchstadt, Erlangen
  • Rudolf Kötter - Zentralinstitut für Angewandte Ethik und Wissenschaftskommunikation der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • Hans Drexler - Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds193

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds193.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Kiesel et al.
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Gliederung

Text

Die heutigen Anforderungen am Arbeitsplatz sind oftmals sehr hoch und führen zu erheblichen Belastungen. Dies scheint aus Angst der Mitarbeiter vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, aber auch aufgrund der durch Frühverrentung relativ jungen Belegschaften momentan in den Unternehmen realisierbar zu sein. Die demographische Entwicklung erfordert jedoch, dass die beruflichen Anforderungen dauerhaft und auch von einer älteren Belegschaft zu bewältigen sein müssen.

Das Netzwerk „Bewegte Unternehmen“ besteht aus sechs Erlanger Unternehmen, die unter der Moderation der Siemens Betriebskrankenkasse und der Stadt Erlangen zusammen betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) durchführen wollen. Im Rahmen der durch das bayerische Staatsministerium für Umwelt Gesundheit und Verbraucherschutz geförderten Evaluation dieses Netzwerks wurde mittels Befragung der Netzwerkbeteiligten und Teilnahme an den Treffen die Bedingungen einer gelungenen Kommunikation und Funktion des Netzwerks untersucht.

Mittels dreier Durchläufe eines standardisierten Fragebogens wurde das Bewegungs-, Ernährungs- und Gesundheitsverhalten sowie die berufliche Situation am Arbeitsplatz und die Einstellungen zur BGF der Mitarbeiter erhoben.

Gerade die kleinen Unternehmen fühlen sich von der Aufgabe BGF oft überfordert. Das Netzwerk ist für sie eine große Hilfestellung hinsichtlich Ideen zu „Best-practice“-Modellen, Erfahrungsaustausch, Motivation, gemeinsame Ressourcennutzung und ist Quelle externen Fachwissens. Als Bedingung für die andauernde Funktion des Netzwerks muss gewährleistet sein, dass alle Beteiligten einen Nutzen für sich erkennen können.

Einige Ergebnisse der Fragebogenaktion: Regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen geben nun 85,6% der Befragten an (vorher 79,0%). Gut informiert fühlen sich nach dem ersten Jahr der Interventionen 74,5%, während es in der Anfangszeit nur 36,6% waren. 66,3% haben angegeben, vor zu haben, an angebotenen Kursen teilzunehmen; 23,9% haben nach eigener Angabe dies auch realisiert.

Die Form eines moderierten Netzwerks scheint dazu geeignet, eine „Win-win“-Situation für alle Beteiligten zu ermöglichen. Zumindest auf der kurzen Zeitskala von ein bis zwei Jahren gibt es erste Hinweise auf eine Veränderung im Bewusstsein sowohl der Führungsebene als auch den Mitarbeitern.