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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Können Schulbelastung und negative habituelle Copingstrategien die Entwicklung von Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen vorhersagen? Ergebnisse einer epidemiologischen Längsschnittuntersuchung

Meeting Abstract

  • Jennifer Gaßmann - Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Universität Göttingen, Göttingen
  • Marion Heinrich - Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Universität Göttingen, Göttingen
  • Lisette Morris - Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Universität Göttingen, Göttingen
  • Birgit Kröner-Herwig - Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Universität Göttingen, Göttingen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds102

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds102.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Gaßmann et al.
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Gliederung

Text

Im Rahmen einer vom BMBF geförderten Längsschnittstudie mit insgesamt 4 jährlichen Erhebungswellen (2003-2006) zur Epidemiologie von Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen („Kinder, Jugendliche und Kopfschmerz“) werden ausgewählte Daten der ersten beiden Wellen präsentiert. Ein Ziel dieser Untersuchung ist die Bestimmung potenzieller Risikofaktoren für die Entwicklung von Kopfschmerzen. Zum 1. Erhebungszeitpunkt wurden an insgesamt 8800 Haushalte mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 7-14 Jahren (2003) Fragebögen versandt. Die Responder der 1. Welle (n=5594; 63.6%) wurden in den folgenden Jahren erneut um ihre Teilnahme gebeten. Von diesen antworteten ein Jahr später (2004) 4164 Familien (Rücklaufquote: 74.4%). Die hier vorgestellte Auswertung erfolgt anhand der Angaben des Elternfragebogens. Nur diejenigen Kinder, die in der 1. Welle angaben, keine Kopfschmerzen (KS) zu haben, wurden in die binäre Regressionsanalyse mit der Kriteriumsvariable: KS „ja/nein“ einbezogen. Als potenzielle Prädiktoren aus der 1. Welle wurden psychosoziale Stressfaktoren („Schulbelastung“) und der Umgang mit Stress („negative habituelle copingstrategien“) betrachtet. Die „Chance“ in der 2. Welle KS zu entwickeln ist für Kinder und Jugendliche, die sich „immer“ in der Schule belastet fühlen um 6.46 mal höher als bei denen, die sich „nie“ belastet fühlen (OR=6.46; CI=1.1 - 12.39). Bei denjenigen, die einen ausgeprägten negativen Umgang mit Belastungen zeigen („immer“ ungünstige Copingstrategien) ist die Wahrscheinlichkeit, dass in Welle 2 KS entstehen, fast viermal höher als bei denen, die adaptiver mit Schulbelastungen umgehen (OR=3.69; CI=1.6 - 25.58). Diese Daten stützen bisherige Befunde, wonach Stress (in der Schule) und der Umgang mit Belastungen als Auslöser für KS relevant sind. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung geeigneter Präventions- und Therapieansätze zu empfehlen.