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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Beziehung zwischen früher Beikosteinführung und dem Auftreten von Ekzem innerhalb der ersten 4 Lebensjahre. Ergebnisse der GINI-Geburtskohorte

Meeting Abstract

  • Birgit Filipiak-Pittroff - gsf-Institut für Epidemiologie, München
  • Anne Zutavern - gsf-Institut für Epidemiologie, Neuherberg
  • Sibylle Koletzko - Kinderklinik der LMU, München
  • Andrea von Berg - Marienhospital, Wesel
  • Inken Brockow - Kinderklinik der TU, München
  • Armin Grübl - Kinderklinik der TU, München
  • Dietrich Berdel - Marienhospital, Wesel
  • Dietrich Reinhardt - Kinderklinik der LMU, München
  • Carl Peter Bauer - Kinderklinik der TU, München
  • H.-Erich Wichmann - gsf-Institut für Epidemiologie, Neuherberg
  • Joachim Heinrich - gsf-Institut für Epidemiologie, Neuherberg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds088

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds088.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Filipiak-Pittroff et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die derzeitigen Empfehlungen der WHO zur Beikosteinführung nicht vor dem 6 Monat sind sehr restrikitv. Für Säuglinge mit hohem Allergierisiko wird für starke Allergene eine noch spätere Einführung empfohlen. Wir prüften an den Längsschnittdaten der GINI-Geburtskohorte, ob diese späte Beikosteinführung das Risiko für das Auftreten von Ekzem senkt.

Material und Methoden: Die GINI-Geburtskohorte wurde zwischen 1995 und 1998 rekrutiert und besteht aus den zwei Studienarmen Intervention (I) und Beobachtung (NI). Bis zum 4. Lebensjahr wurden jährlich Fragebögen an die Eltern verschickt, in denen ärztlich diagnostizierte Erkrankungen und die Symptomatik allergischer Erkrankungen erhoben wurden. Mit einem Jahr wurde für 68 einzelne Lebensmittel der Monat der erstmaligen Einführung erfragt. Analysiert wurden Ekzem, zum einen, wenn der Arzt ein Ekzem festgestellt hatte und zum anderen, wenn die Eltern Symptome beobachtet hatten, jeweils stratifiziert für die zwei Studienarme. Dabei wurden multiple GEE (generalized estimation equations) Modelle verwendet.

Ergebnisse: Von den 5991 Kindern, die bei Geburt rekrutiert wurden, konnten 4753 (79%) über die 4 Jahre beobachtet werden. Die zwei Studienarme unterscheiden sich im familiären Allergierisiko und im Ernährungsverhalten. In der Interventionsgruppe wurde wesentlich später Beikost eingeführt (Ersteinführung in den ersten 4 Monaten 14% gegenüber 34%) und insbesondere auf stärker allergene Nahrungsmittel in den ersten 6 Monaten verzichtet. Es wurde weder zwischen dem Zeitpunkt der Ersteinführung von Beikost noch der Vielfalt an Beikost in den ersten Monaten und dem Auftreten von Ekzem ein Zusammenhang gefunden. In der NI-Gruppe wurde ein erniedrigtes Risiko beobachtet, wenn Soja-Produkte, Nüsse und Kakao erst im zweiten Halbjahr gegeben wurden, aber ein erhöhtes Risiko bei Einführung von Ei nach dem ersten Lebensjahr.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse geben keinen Hinweis, dass die von der WHO empfohlene späte Einführung von Beikost nach dem 6. Lebensmonat einen präventiven Effekt auf das Auftreten von Ekzem hat.


Literatur

1.
Zutavern A, Brockow I, Schaaf B, Bolte G, Von Berg A, Diez U, Borte M, Herbarth O, Wichmann HE, Heinrich J; LISA-Group. The timing of solid food introduction in relation to atopic dermatitis and sensitisation considering reverse causality: results from a prospective birth cohort study. Pediatrics. 2006;117:401-11