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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Sirolimus-freisetzende versus konventionelle Stents zur Vermeidung von Koronar-Restenosen: klinische und ökonomische Ergebnisse der GERSHWIN-Studie (German Stent Health Outcome and Economics Within Normal Practice)

Meeting Abstract

  • Bernd Brüggenjürgen - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Doreen McBride - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Jana Benkenstein - Techniker Krankenkasse, Hamburg
  • Torsten Hecke - Techniker Krankenkasse, Hamburg
  • Karl-Heinz Kuck - Allgemeines Krankenhaus St. Georg, Hamburg
  • Stefan N. Willich - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds048

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds048.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Brüggenjürgen et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die langfristigen klinischen und gesundheitsökonomischen Implikationen bei der Implantation von beschichteten Stents in der deutschen Regelversorgung sind bisher nicht untersucht worden.

Methodik: Im Rahmen eines Modellvorhabens wurden Patienten in 35 Kliniken in Deutschland mit Koronarstenosen und elektiver PCI Indikation mit antiproliferativ beschichteten, Sirolimus-freisetzenden Stents (SES) oder konventionelle bare-metal Stents (BMS) behandelt (sequentielles Kontrolldesign). Das Follow-Up umfasst standardisierte Erhebungen beim Patienten und dem weiterbehandelnden Arzt zu Studienbeginn, nach 6, 12 und 18 Monaten einschließlich Dokumentation von kardial und ökonomisch relevanten Ereignissen (Tod, Myokardinfarkt, Bypassoperation und weitere PCI) und erkrankungsbezogenen direkten und indirekten Kosten. Die weitere PCI wurden von einem unabhängigen Begutachter evaluiert.

Ergebnisse: Ab April 2003 wurden 658 Patienten mit SES (87% männlich, 63±9 Jahre) und 294 Patienten mit BMS (79% männlich, 64±10 Jahre) behandelt. Beide Patientengruppen hatten vergleichbare soziodemographische Risikofaktoren, aber Unterschiede bei Mehrgefäßerkrankung und Anzahl der implantierten Stents. In den ersten 18 Monaten traten bei SES 17% und bei BMS 12% Ereignisse auf (p<0,05, adjustiert für Alter, Geschlecht, alleinlebend, 3-Gefäßerkrankung, Anzahl der Stents). Die Erhöhung der Lebensqualität (MacNew Skala) war nach 3 Monaten in der SES Gruppe signifikant größer verglichen mit BMS; ab 6 Monaten war dieser Unterschied nicht mehr signifikant. Die initialen Krankenhauskosten lagen bei SES höher als bei BMS (5.939±85 vs. 3.730±78 €, p<0,001), die vorläufigen Follow-Up direkten und indirekten Gesamtkosten waren dagegen zum 12-Monatszeitpunkt niedriger (5.632±734 vs. 6.562±666 €, p=ns bzw. 354±524 vs. 1.613±475, p<0,05); die Gesamtkosten waren vergleichbar (SES 11.964±949 vs. BMS 11.940±861 €, p=ns).

Schlussfolgerung: Patienten mit SES haben im Vergleich zu BMS nach 18 Monaten

deutlich weniger klinisch relevante Ereignisse. Trotz erhöhter initialer Kosten bei Patienten mit SES gegenüber BMS sind die Gesamtkosten nach 12 Monaten vergleichbar. Für die klinische und gesundheitsökonomische Gesamtbetrachtung ist ein Langzeit-Follow-Up notwendig. Weitere Hinweise werden aus dem 18-Monats Follow-Up sowie der zusätzlichen Nachbeobachtung bis 36 Monate erwartet.