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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Vollständigkeit und Genauigkeit einer bundesweiten Geokodierung von Haushalten und Mobilfunksendeanlagen – Ergebnisse aus der Quebeb-Studie

Meeting Abstract

  • Jürgen Breckenkamp - Universität Bielefeld, Bielefeld
  • Gabriele Berg - Universität Bielefeld, Bielefeld
  • Sven Schmiedel - Institute of Cancer Epidemiology, DK-Copenhagen
  • Brigitte Schlehofer - Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Ursula Reis - TNS-Healthcare, München
  • Maria Blettner - Universität Mainz, Mainz

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds044

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds044.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Breckenkamp et al.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Geokodierung als Mittel der Abstandsbestimmung zu Expositionsquellen findet zusehends Eingang in die epidemiologische Forschung. Im Rahmen einer Querschnittstudie zur Frage möglicher Gesundheitswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder von Mobilfunksendeanlagen wurden auf der Basis von Geokoordinaten die Abstände zwischen 30.000 Haushalten und 51.000 Sendeanlagen bestimmt. Hier zu wurden Koordinaten von zwei Anbietern verwendet.

Vor der Verwendung der Geokoordinaten musste daher geprüft werden, ob bei einer Kombination aus zwei Quellen die Vorteile (weniger Missings) oder Nachteile (falsche Abstände) überwiegen.

Material und Methoden: Zur Überprüfung der Fragestellung konnten Koordinaten für rund 20.000 Haushalte verwendet werden, die von beiden Anbietern vorlagen. Die Koordinaten eines Anbieters, bei denen es sich ausschließlich um Messdaten handelt, wurden als „Gold-Standard“ definiert und die Abweichungen zu den Koordinaten des anderen Anbieters (interpoliert auf der Basis von digitalen Landkarten) bestimmt. In einem zweiten Schritt wurde untersucht, welche Auswirkung die Verwendung der interpolierten Koordinaten auf die Berechnung der Abstände zwischen Haushalten und Sendeanlagen hat. Zur Berechnung wurden die 8550 Sendeanlagen herangezogen, die nach dem Gold-Standard einen Abstand von max. 1000 m zu einem der Haushalte haben. Zuletzt wurde geprüft, ob sich die Genauigkeit der interpolierten Daten in städtischen und ländlichen Gebieten unterscheidet.

Ergebnisse: Der mediane Abstand bei den 20.000 Haushalten betrug 24,2 m. Der Mittelwert liegt aufgrund einiger extremer Abweichungen bei 109,9 m. Systematische Abweichungen der interpolierten Koordinaten in eine Himmelsrichtung wurden nicht gefunden. 8314 der 8500 berechneten Abstände (97,2%) zwischen Haushalten und Basisstationen konnten bei Verwendung beider Koordinaten der selben Kategorie zugeordnet werden (<=500 m vs. +500 m). In städtischen Gebieten liegt der mediane Abstand der Haushalte bei 21,0m, in ländlichen bei 25,7m.

Diskussion / Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass Geokoordinaten unterschiedlicher Anbieter kombiniert werden können, um Abstände zwischen Haushalten und stationären Expositionsquellen zu bestimmen. Die Kombination von Koordinaten unterschiedlicher Herkunft führt nur in Einzelfällen zu einer fehlerhaften Einstufung.