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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Gender-Mainstream in der Betrieblichen Gesundheitsförderung - Identifikation unterschiedlicher Faktoren in der Entstehung und Prävention von depressiven und Angststörungen unter berufstätigen Frauen und Männern

Meeting Abstract

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  • Bettina Begerow - Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH a.d. DSHS Köln, Köln
  • Andreas Weber - Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH a.d. DSHS Köln, Köln

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds028

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds028.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Begerow et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Depressive und Angststörungen verzeichnen die stärksten Häufigkeiten unter den psychischen Erkrankungen und stehen sowohl im wirtschaftlichen als auch im sozialen und klinischen Fokus [1].

Es besteht kein Konsens über Risikofaktorenübereinstimmung unter Frauen und Männern [2], [3].

Ziel der vorliegenden Untersuchung war die geschlechtsspezifische Analyse von Risiko- und Protektionsfaktoren in der Entstehung von depressiven –und Angststörungen und die Identifizierung von Voraussetzungen, die den Faktoren eine Risiko- oder eine Schutzfunktion geben.

Methodik: Über eine Literatur-Recherche wurde eine Auswahl an Originalarbeiten getroffen. Mit unterschiedlich indexierten Suchbegriffen sowie offenen Formulierungen wurden in den Datenbanken Medline, Psyndex und Verlagsdatenbanken alle relevanten Originalarbeiten der vergangenen 10 Jahre erfasst. Etwa 800 Titel wurden durchgesehen, nach Abgleich mit dem Projektziel 63 Abstracts und wiederum 22 Volltexte bearbeitet. Im Anschluss wurde ein methodisches Ranking hinsichtlich der Evidenz im Rahmen dieser Fragestellung vorgenommen. Merkmale für das Ranking waren: Selektion des Kollektivs, Relevanz der Items für beide Geschlechter, Berücksichtigung von Protektionsfaktoren und statistische Auswertung.

Ergebnisse: 11 Studien, die Einfluss-Faktoren des Arbeitslebens entweder auf Ängste oder auf depressive Verstimmung untersuchten und mindestens 5 Punkte im Ranking erreichten, wurden in die Auswertung und Diskussion eingeschlossen. Es handelt sich um 4 Längsschnitt, 6 Querschnitt- und 1 Retrospektive Studie mit einer Gesamtanzahl von >19.000 untersuchten Frauen und > 24.000 Männern. In 4 der Studien wurden für beide Geschlechter dieselben Risikofaktoren mit psychischer Einschränkung assoziiert, die übrigen 7 Studien identifizierten für Frauen andere relevante Faktoren als für Männer.

Relevante Risikofaktoren aus dem Setting Arbeitswelt sind bei beiden Geschlechtern „geringe Einflussmöglichkeit“, „Arbeitsplatzunsicherheit“, „geringe soziale Unterstützung“. Schlussfolgerung: Der valide Vergleich zwischen Frauen und Männern im Rahmen dieser Fragestellung gelingt nur bei Gleichheit der Lebensform, der beruflichen Hierarchie und des Erwerbsumfangs. Zudem müssen Untersuchte Items für beide Geschlechter einen ähnlichen Stellenwert haben [4]. Eine informative Potenz liegt in der Untersuchung von Protektionsfaktoren, da diese für präventive Ansätze umsetzbar sind.


Literatur

1.
Jakobi F, Klose M, Wittchen H-U. Psychische Störungen in der deutschen Allgemeinbevölkerung: Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Ausfalltage. Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 2004;47:736-744
2.
Steenland K, Fine L, Belkic K et al. Research findings linking workplace factors to CVD outcomes. Occup Med 2000;15:7-68
3.
Narayanan L, Menon S, Spector E. Stress in the workplace: a comparison of gender and occupations. J Organ Behav 1999;20:63-73.
4.
Niedhammer I, Siegrist J, Landré MF et al. Unterschiedliche Qualitäten psychischen Gleichgewichts. Bericht im epidemiologischen Gesundheitsreview von 2000.