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51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (gmds)

10. - 14.09.2006, Leipzig

Qualitätssicherung durch Bewertung von Routinedaten in der Behandlung HIV-infizierter Patienten

Meeting Abstract

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  • Andrej Wöhrmann - Medeora GmbH, Köln
  • Norbert Schmeisser - Medeora GmbH, Köln
  • Frank Rohlfing - Medeora GmbH, Köln

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (gmds). 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Leipzig, 10.-14.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gmds100

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2006/06gmds258.shtml

Veröffentlicht: 1. September 2006

© 2006 Wöhrmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Die Bereitstellung von Daten für medizinische Qualitätssicherung gestaltet sich aus vielerlei Gründen schwierig. Die Datenquellen sind heterogen und nur wenig standardisiert, die manuelle Dokumentation von Patientendaten ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Im Kontrast dazu stehen hohe Ansprüche, die an die Datentiefe und –qualität der auszuwertenden Informationen gestellt werden. Die Nutzung von Routinedaten aus verschiedenen Abrechnungsytemen (Praxisinformationssysteme, Krankenhausinformationssysteme) kann hier - neben einer, dem ärztlichen Arbeitsablauf angepassten Benutzeroberfläche - eine deutliche Vereinfachung der Datenerfassung bieten. Dabei können Plausibilitätsabfragen über den importierten und manuell vervollständigten Datensatz sowohl Daten- als auch Behandlungsqualität ermitteln und dem Benutzer widerspiegeln.

Material und Methoden

Von einer Infektion mit dem HI-Virus sind in Deutschland ca. 40.000 Patienten betroffen. Die Neuinfektionsrate liegt bei ca. 2000 pro Jahr mit ansteigender Tendenz. Eine Reihe qualitätssichernder und wissenschaftlicher Projekte in diesem Bereich sind auf die Sammlung großer Datenmengen aus Arztpraxen und universitären Zentren angewiesen. Um die Erfassung, Speicherung und Weitergabe von Daten in einem standardisierten Format zu ermöglichen, wurde das Programm „MEDEORA-HIV“ entwickelt www.medeora.com. Die Software ist in der Lage, Daten über Schnittstellen (z.B.: LDT, BDT, HL7) zu importieren, die importierten Daten in einem standardisierten Format abzulegen, über ein Benutzer-Interface zu vervollständigen und die gespeicherten Parameter an eine Vielzahl von Institutionen (Robert-Koch-Institut Berlin, Deutsches Kompetenznetz HIV/AIDS, kassenärztliche Bundesvereinigung) weiter zu leiten. Die Qualität der Daten wird über Algorithmen gesichert, die Plausibilitäts- und Validitätsprüfungen vornehmen und die Korrektur nicht plausibler Informationen ermöglichen. Auch die leitliniengerechte Therapie jedes einzelnen dokumentierten Patienten kann anhand standardisierter Verfahren überprüft werden.

Ergebnisse/Diskussion

Mit mehr als 100 registrierten Benutzern wurde die oben genannte Software in den vergangenen Jahren ein flächendeckend akzeptiertes Tool zur Erfassung, Validierung und zum Export von Behandlungsdaten HIV-infizierter Patienten in Deutschland. In vielen Praxen werden bereits Routinedaten übernommen und an verschiedenste Institutionen weiter geleitet. Die beschriebene Struktur erlaubt hier nicht nur die Erfassung eines einheitlichen Datensatzes, sondern auch die effektive Kontrolle der Daten- und Behandlungsqualität. Mit der Übernahme und Aufbereitung großer Datenmengen aus den Routinesystemen zeigt auch sich die Bedeutung sorgfältiger medizinischer Dokumentation, da auch komplexe Validierungen die Qualität von Daten aus der Primärdokumentation nur eingeschränkt verbessern können.