gms | German Medical Science

51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (gmds)

10. - 14.09.2006, Leipzig

Master of Science in Epidemiology (MSE) - die ersten drei Jahrgänge

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Joerg Pfoertner - Epi-Loge e.V., Bruxelles
  • Thomas Weihkopf - Epi-Loge e.V., Mainz
  • Pablo Zamora - Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Bielefeld

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (gmds). 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Leipzig, 10.-14.09.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gmds202

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2006/06gmds031.shtml

Veröffentlicht: 1. September 2006

© 2006 Pfoertner et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung

Der erste Jahrgang des Postgraduiertenstudiengang zum „Master of Science“ in Epidemiologie (MSE) begann 2001 in Zusammenarbeit der Universitäten Bielefeld (BI), TU Berlin (BE) und LMU München (MÜ). Ab Oktober 2004 wurde ein Studiengang MSE auch an der Universität Mainz (MZ) angeboten. Inzwischen haben die ersten drei Jahrgänge ihr offizielles Curriculum abgeschlossen. Ziel ist eine bessere Qualifikation von Medizinern, Natur- und Sozialwissenschaftlern in epidemiologischen Fertigkeiten und eine allgemeine Verbreitung epidemiologischen Wissens und biometrischer Techniken.

Methode

Wir führten eine retrospektive Analyse der ersten drei formal beendeten MSE-Jahrgänge durch und analysierten univariat die Erfolgsrate (Abschluss) mit Stichtag am 26.1.06. Als erfolgreich wurden der Abschluss und die Einladung zum Rigorosum gewertet. Berechnet wurden jeweils Odd’s ratios (OR) und Ward-Konfidenzintervalle (KI, α=0,05).

Ergebnisse

Es waren 69 Studierende eingeschrieben, von denen fünf das Studium abgebrochen (7%) und 39 erfolgreich absolviert haben (57%). Die meisten Studierenden waren in Berlin eingeschrieben (48%), 45% der Berliner Studierenden haben abgeschlossen (OR 0,71, KI 0,27-1,88). In München waren 14 (20%) eingeschrieben, 86% waren bereits Master (OR 6,22, KI 1,27-30,4). Von 22 Bielefeldern (32%) haben bisher 55% (OR 0,89, KI 0,31-2,57) abgeschlossen.

Von allen Studierenden waren 59% Mediziner (Abschluss 46%, OR 0,35, KI 0,12-0,98), 25% Naturwissenschaftler (Abschluss 71%, OR 2,2, KI 0,68-7,20). Primärabsolventen anderer Fächer (9%) haben bereits alle abgeschlossen. 51% waren Männer (Abschluss 63%, OR 1,80, KI 0,68-4,74), 48% Frauen (Abschluss 48%). 52% waren bereits promoviert (Abschluss 58%, OR 1,17, KI 0,45-3,03). Vom ersten und zweiten Jahrgang hatten 65% bzw. 71% abgeschlossen, vom dritten Jahrgang erst 32% (OR 0,32, KI 0,11-0,95).

Diskussion

Die Analyse zeigte, dass das Epidemiologie-Studium besonders für Mediziner attraktiv ist und eine hohe Erfolgsrate aufweist. Besonders erfolgreich waren die Münchener Studierenden. Mediziner und der dritte Jahrgang hatten (bisher) eine signifikant niedrigere Erfolgsrate. Auch bei Frauen, Nichtpromovierten und Nicht-Naturwissenschaftlern war die Erfolgsrate tendenziell niedriger. Das MSE-Programm ist bisher sehr erfolgreich, was sich auch bereits in der beruflichen Weiterentwicklung der Absolventen zeigte. Doppelt qualifizierte Wissenschaftler stellen ein ideales Bindeglied zwischen den jeweiligen Fachgebieten und der Epidemiologie dar. Das Master-Programm sollte unbedingt fortgesetzt werden, und im neu eingeführten Modulsystem auf weitere Standorte ausgedehnt werden.