gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Untersuchung der zeitlichen Entwicklung der Prostatakarzinommortalität in Tirol nach Einführung von PSA Untersuchungen

Meeting Abstract

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  • Willi Oberaigner - Institut f. klin. Epidemiologie der TILAK, Innsbruck
  • W. Horninger - Universitätsklinik für Urologie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
  • G. Bartsch - Universitätsklinik für Urologie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds399

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds223.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Oberaigner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Ziel der Studie war es, die zeitliche Entwicklung der Prostatakarzinommortalität in Tirol im Detail zu analysieren. In Tirol wurden 1988/89 PSA-Untersuchungen eingeführt, seit 1993 werden diese Tests allen Männern im Alter von 45 bis 74 kostenlos angeboten mit dem Ziel, Prostatakarzinom in einem frühen Stadium zu erkennen [1]. Mehr als zwei Drittel der Tiroler Männer in dieser Altersgruppe haben sich seither mindestens einem PSA-Test unterzogen.

Material und Methoden

Die Analyse basiert auf den offiziellen Todesdaten Österreichs für den Zeitraum 1970 bis 2003. Wir haben ein Alter-Perioden-Kohortenmodell mit einer Poisson-Regression angewandt, wie von Clayton and Schifflers [2] vorgeschlagen. Ausgehend von einem reinen Altersmodell wurde das Modell mit Terme für Periode und Kohorte erweitert, wenn dies zu einer signifikanten Modellverbesserung führte. Es wurden getrennte Modelle für Tirol und Österreich mit Ausnahme von Tirol angepasst. Wir haben die Hypothese getestet, dass die Prostatakarzinommortalität in Tirol in den letzten fünf Jahren (also ca. zehn Jahre nach Einführung der PSA Untersuchungen) einen Rückgang aufweist.

Ergebnisse

Für Tirol ist die Modellanpassung für ein Alter-Periodenmodell ausreichend. Die Periodenterme zeigen einen signifikanten Rückgang der Prostatakarzinommortalität in Tirol mit einem RR von 0.67 (95% Konfidenzintervall 0.55-0.81), während für Österreich mit Ausnahme von Tirol kein Effekt nachgewiesen werden konnte, RR 1.00 (95% KI 0.95-1.05). Als Vergleichszeitraum wurde jeweils 1989-1993 gewählt.

Diskussion

Diese Analyse ist eine Beobachtungsstudie, die keine Möglichkeit der Kontrolle von Störfaktoren hat. Unsere Resultate sind konsistent mit anderen Publikationen über einen Rückgang der Prostatakarzinommortalität nach Einführung von PSA Untersuchungen, z.B. [3]. Bis zu den Publikationen der beiden großen randomisierten Studien über den Zusammenhang zwischen PSA-Screening und Prostatakarzinommortalität, die nicht vor 2008-2010 erwartet werden [4], [5] sind unsere Ergebnisse ein weiterer Hinweis für die Möglichkeit eines Rückgangs der Prostatakarzinommortalität nach Einführung von PSA Untersuchungen.


Literatur

1.
Bartsch G, Horninger W, Klocker H, Reissigl A, Oberaigner W, Schonitzer D et al. Prostate cancer mortality after introduction of prostate-specific antigen mass screening in the Federal State of Tyrol, Austria. Urology. 2001; 58(3):417-424
2.
Clayton D, Schifflers E. Models for temporal variation in cancer rates. II: Age-period-cohort models. Stat Med. 1987; 6(4):469-481.
3.
Hankey BF, Feuer EJ, Clegg LX, Hayes RB, Legler JM, Prorok PC et al. Cancer surveillance series: interpreting trends in prostate cancer--part I: Evidence of the effects of screening in recent prostate cancer incidence, mortality, and survival rates. J Natl Cancer Inst. 1999; 91(12):1017-1024
4.
de Koning HJ, Auvinen A, Berenguer SA, Calais dS, Ciatto S, Denis L et al. Large-scale randomized prostate cancer screening trials: program performances in the European Randomized Screening for Prostate Cancer trial and the Prostate, Lung, Colorectal and Ovary cancer trial. Int J Cancer. 2002; 97(2):237-244.
5.
Andriole GL, Reding D, Hayes RB, Prorok PC, Gohagan JK. The prostate, lung, colon, and ovarian (PLCO) cancer screening trial: Status and promise. Urol Oncol. 2004; 22(4):358-361