gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Prävalenz der eingeschränkten Herzfrequenzvariabilität und ihre Assoziation mit kardiovaskulären Risikofaktoren und Krankheiten in der älteren Allgemeinbevölkerung – Design und Ziele der CARLA-Studie

Meeting Abstract

  • Alexander Kluttig - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
  • Halina Greiser - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
  • Barbara Schumann - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
  • Johannes Haerting - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
  • Karl Werdan - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds215

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds171.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Kluttig et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Herz-Kreislauferkrankungen führen nach wie vor die Todesursachenstatistiken in den westlichen Industriegesellschaften an. Während die Mortalität der Koronaren Herzkrankheit seit den 70er Jahren rückläufig ist, zeigt sich ein Anstieg sowohl der Prävalenz als auch der Mortalität der chronischen Herzinsuffizienz [1], [2].

Die eingeschränkte Herzfrequenzvariabilität (HRV), die als Indikator der autonomen Dysfunktion gilt, hat eine prädiktive Bedeutung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen [3]. Trotz zahlreicher Studien zur Prognose bei Herzkranken mit eingeschränkter HRV existieren bisher jedoch nur wenige bevölkerungsbezogene Daten zum Zusammenhang zwischen HRV und der Inzidenz, Mortalität und Prognose von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die ätiologische Rolle der eingeschränkten HRV und ihre Interaktion mit anderen Risikofaktoren sind hierbei noch weitgehend unklar.

Material und Methoden

Das Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg führt in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III eine herz-kreislauf-epidemiologische Studie im Rahmen des DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs „Herzversagen im Alter – Zelluläre Mechanismen und therapeutische Einflussnahme“ durch. Als Teilprojekt werden dabei in der CARLA-Studie die Prävalenz der eingeschränkten HRV und ihr Zusammenhang mit klassischen biomedizinischen sowie psychosozialen Risikofaktoren untersucht. Dazu wurde eine repräsentative Stichprobe von 45-80 jährigen Frauen und Männern aus dem Melderegister der Stadt Halle gezogen. Insgesamt sollen 1750 Probanden untersucht werden. Die Untersuchungen begannen im November 2002, bis zum 15. März 2005 konnten 1300 Probanden untersucht werden. Dies entspricht einer derzeitigen Responserate von ca. 60 % nach Ausschluss qualitätsneutraler Ausschlüsse, wobei der momentan noch hohe Anteil an Personen ohne endgültige Responsekategorie (weder untersucht noch verweigert noch ausgeschlossen) beachtet werden muss. Dieser beträgt zurzeit ca. 11 %.

Die medizinischen Untersuchungen beinhalten anthropometrische Messungen, Blutdruckmessungen am Arm und am Bein, ein 10 sec und ein 20 min EKG, ein Echokardiogramm sowie eine Blutentnahme zur Bestimmung von Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceriden, Glucose, HbA1c, Creatinin, hsCRP und BNP. In einem computergestützten Interview und selbst auszufüllenden Fragebögen werden Daten zu soziodemographischen Faktoren, klassischen Lebensstilfaktoren, psychosozialen Faktoren, medizinischer Anamnese, bestimmten herz-kreislauf-relevanten Symptomen und Aspekten der medizinischen Versorgung erhoben. Bei Unterstichproben der Gesamtstichprobe werden zusätzlich Langzeit EKG-Untersuchungen und Belastungs-EKGs durchgeführt sowie erweiterte Laborparameter bestimmt (Lipoprotein (a), Folsäure, Vitamin C/B6/B12, α-/β-Karotin, Homocystein, Fibrinogen, Insulin).

Untersuchungsmethoden bzw. –inhalte wurden mit verschiedenen Kooperationspartnern abgestimmt, um eine Vergleichbarkeit der Daten und gemeinsame Datenauswertungen zu ermöglichen.

In die Studie integriert ist ein umfangreiches Qualitätsmanagement, welches unter anderem intensive Untersucherschulungen und Zertifizierungen sowie Supervisionen umfasst.

Ausblick

Der Abschluss der Querschnittsuntersuchung ist für Ende 2005 geplant. Für die Erfassung der Inzidenz der eingeschränkten HRV sowie für die Beurteilung kausaler Zusammenhänge und temporaler Beziehungen ist eine Follow-up-Erhebung der Kohorte geplant. Diese soll sich untergliedern in einen Follow-up des Vitalstatus mit Erfassung der Todesursachen aus Sekundärdatenquellen, einen postalischen Follow-up aller Studienteilnehmer mit Erfassung inzidenter Ereignisse und eine Follow-up-Untersuchung der Basis-Kohorte ca. 3 Jahre nach der Basis-Untersuchung.

Das Design, die Untersuchungsmethoden und das Qualitätsmanagement der Studie sowie erste Response-Auswertungen werden detailliert vorgestellt. Darüber hinaus erfolgt ausblickend die Beschreibung der geplanten Follow-up Erhebungen.


Literatur

1.
Raymond I. Prevalence of impaired left ventricular systolic function and heart failure in a middle aged and elderly urban population segment of Copenhagen. Heart 2003;89:1422-9.
2.
Mosterd A, Hoes AW, Grobbee DE. Epidemiology of heart failure: contours of an impending epidemic? Neth.J.Med. 1998;53:235-44.
3.
Tsuji H. Impact of reduced heart rate variability on risk for cardiac events. The Framingham Heart Study. Circulation 1996;94:2850-5.