gms | German Medical Science

50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds)
12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie (dae)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie

12. bis 15.09.2005, Freiburg im Breisgau

Subjektives Erleben der Herzschrittmacher-Implantation - Vergleich von ambulanten und stationären Patienten

Meeting Abstract

  • Jacqueline Müller-Nordhorn - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Gudrun Schüler - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Stephanie Roll - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Stefan N. Willich - Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 12. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Epidemiologie. Freiburg im Breisgau, 12.-15.09.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds390

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2005/05gmds096.shtml

Veröffentlicht: 8. September 2005

© 2005 Müller-Nordhorn et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Seit über zwei Jahrzehnten gibt es Erfahrungen mit der ambulanten Durchführung von Herzschrittmacher-Implantationen. Studien zur unterschiedlichen Erfahrung des Eingriffes zwischen ambulanten und stationären Patienten liegen kaum vor. Ziel der vorliegenden Studie war es daher, das subjektive Erleben einer Herzschrittmacher-Implantation zwischen ambulanten und stationären Patienten zu vergleichen.

Methoden

Von Juni 1999 bis März 2000 wurde in zwei Schrittmacherzentren in Cottbus eine prospektive, nicht randomisierte, kontrollierte Studie durchgeführt. Als Messinstrumente kamen drei unterschiedliche Befindlichkeitsfragebögen zum Einsatz: der Kurzfragebogen zur aktuellen Beanspruchung (KAB), der Mehrdimensionale Befindlichkeitsfragebogen (MDBF) und die Eigenschaftswörterliste (EWL). Der Beobachtungszeitraum betrug drei bis vier Tage und beinhaltete die Erfassung der subjektiven Befindlichkeit zu drei verschiedenen perioperativen Zeitpunkten. Zusätzlich wurden postoperative Beschwerden, Komplikationen sowie soziodemographische und medizinische Angaben eruiert. Für den multivariablen Vergleich der einzelnen Befindlichkeitswerte zwischen den drei Zeitpunkten wurden Kovarianzanalysen mit Messwiederholungen verwendet, unter Adjustierung für Alter, Geschlecht, Schulbildung, Neuimplantation (ja/nein) und Indikation für die Schrittmacher-Implantation.

Ergebnisse

Von den insgesamt 138 eingeschlossenen Patienten wurden 74 ambulant (mittleres Alter 71 ± 12 Jahre, 45% Frauen) und 64 stationär (mittleres Alter 73 ± Jahre, 53% Frauen) operiert. Für die Befindlichkeitssubskala „Ruhe-Unruhe“ (MDBF) ergab sich eine signifikant höhere Unruhe in der ambulanten Gruppe (P=0,002). Dagegen zeigte sich eine signifikant höhere „Leistungsbezogene Aktivität“ (EWL) in der ambulanten Gruppe (P=0,001). Hinsichtlich der übrigen Befindlichkeitsbereiche lagen keine signifikanten Unterschiede vor, ebenso nicht im Hinblick auf postoperative Beschwerden. Unterschiedlich war ein höherer Prozentsatz mit Verschlechterung des Schlafes am 3./4. Tag postoperativ in der stationären Gruppe im Vergleich zur ambulanten Gruppe (25 vs. 12 %, P=0,05).

Diskussion

Grundlegende Unterschiede zwischen ambulanten und stationären Patienten im subjektiven Erleben bestanden in unserer Untersuchung nicht. Differenzen beschränkten sich auf wenige einzelne Befindlichkeitsaspekte. So schien vor allem am Operationstag die ambulant schnellere Entlassung zunächst einen gewissen zusätzlichen Stressfaktor darzustellen, der jedoch bereits wenige Tage nach dem Eingriff zunehmend zugunsten positiver Auswirkungen des ambulanten Umfeldes vor allem auf die leistungsbezogene Aktivität und Schlaf, in den Hintergrund trat.