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Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

20.09. - 23.09.2017, Münster

Interprofessionelle Anamnesegruppe: Kommunikation und professionelle Interaktion

Meeting Abstract

  • corresponding author Luise Hahn - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Germany
  • Ronja Neumann - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Germany
  • Anne-Marajke Kunze - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Germany
  • Andrea Kuhnert - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Germany
  • presenting/speaker Ersin Cetin - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Germany

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Münster, 20.-23.09.2017. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2017. Doc337

doi: 10.3205/17gma337, urn:nbn:de:0183-17gma3379

Veröffentlicht: 24. November 2017

© 2017 Hahn et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Die Vernetzung von Auszubildenden/Studierenden verschiedener Gesundheitsberufe während der Ausbildung verbessert die spätere berufliche Zusammenarbeit maßgeblich [1]. Viele Auszubildende/Studierende fühlen sich jedoch nicht gut auf interprofessionelle Anforderungen vorbereitet („Auf die Zusammenarbeit mit angrenzenden Professionen fühle ich mich durch meine Ausbildung gut vorbereitet"; Antworterfassung mittels fünfstufiger Likert-Skala (1=stimme gar nicht zu, 5=stimme voll zu): M=2.38, SD=.92). Ein in Kooperation mit den studentischen Anamnesegruppen in Freiburg entstandenes Lehrangebot soll

  • den Austausch und das gemeinsame Lernen von Auszubildenden/Studierenden verschiedener Professionen ermöglichen,
  • Kompetenzen im Bereich der interprofessionellen Zusammenarbeit vermitteln und
  • die Reflexion der professionellen Identität im interprofessionellen Team unterstützen.

Methoden: Im Sommersemester 2014 wurde die Öffnung der Anamnesegruppen für Teilnehmer verschiedener Professionen initiiert. Unter Anleitung zweier Tutoren treffen sich die Auszubildenden/Studierenden der verschiedenen Bereiche (u.a. Medizin, Gesundheits- und Krankenpflege, Psychologie) wöchentlich, um in einem geschützten Rahmen Anamnesegespräche mit Patienten verschiedener Abteilungen des Universitätsklinikums zu führen. Basierend auf einer Bedarfsanalyse wurden zusätzlich Workshops zu Themen interprofessioneller Zusammenarbeit (Sexualanamnese, Selbstmanagement und Selbstfürsorge, Umgang mit Suizidalität, Umgang mit agitierten/aggressiven Patienten/Mitarbeitern) konzipiert, die einmal pro Semester in halbtägigem Format angeboten werden. Die Lernformen umfassen:

  • interaktive Wissensvermittlung, intermittierend begleitet von Experten,
  • Kleingruppenarbeit mit Schauspielpatienten zum praktischen Üben und Reflektieren und
  • Plenumsdiskussionen zum interprofessionellen Austausch und zur Entwicklung von Lösungsansätzen zur Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit.

Die Qualitätssicherung erfolgt durch eine Prä-Post-Evaluation. Hierin wird vor allem die Methodenvielfalt der Workshops lobend erwähnt. Auch das konstante Interesse der Studierenden unterstreicht die Nachhaltigkeit des Angebots.


Literatur

1.
Frenkl J, Chen L, Bhutta ZA, Cohen J, Crisp N, Evans T, Zurayk H. Health professionals for a new century: transforming education to strengthen health systems in an independent world. Lancet. 2010;376:1923-1958. DOI: 10.1016/S0140-6736(10)61854-5 Externer Link