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Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

20.09. - 23.09.2017, Münster

Medizin studieren mit Kind an der Universität Witten/Herdecke: Geht das?

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Sara Quak - Universität Witten/Herdecke, Witten, Germany
  • Paul Quak - Universität Witten/Herdecke, Witten, Germany
  • Michaela Zupanic - Universität Witten/Herdecke, Witten, Germany
  • Jan P. Ehlers - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Witten, Germany

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Münster, 20.-23.09.2017. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2017. Doc210

doi: 10.3205/17gma210, urn:nbn:de:0183-17gma2101

Veröffentlicht: 24. November 2017

© 2017 Quak et al.
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Gliederung

Text

In Deutschland sind in der Fächergruppe Medizin/Gesundheitswissenschaften sechs Prozent der Studierenden Eltern, vor allem in Studiengängen ohne Staatsexamen als angestrebten Abschluss. Bei Medizinstudierenden mit Kindern zeigen sich erhebliche Vereinbarkeitsprobleme, die zusätzliche Maßnahmen der Individualisierung und Flexibilisierung der Studienorganisation erfordern. Für die Universität Witten/Herdecke liegen bislang keine Daten zu Studierenden mit Kindern vor. Fragestellung der vorliegenden Studie ist, wie viele Studierende überhaupt betroffen sind und ob der Modellstudiengang Humanmedizin eher Vorzüge oder Schwierigkeiten für diese besondere Lebenssituation bietet.

Die Datenerhebung erfolgt zeitlich gestaffelt in einem Mixed-Methods-Design. Zunächst wurde zu Beginn des Wintersemesters 16/17 begleitend zum Progress Test Medizin ein eigens entwickelter Fragebogen eingesetzt, der mit 29 Items soziodemographische Informationen und die Rahmenbedingungen zum Studium mit Kind/ern erfragt. Die Stichprobe setzt sich zusammen aus 395 Medizinstudierenden (226 w., 165 m., 4 Missing) der Fachsemester 1-9. Im nächsten Schritt soll im Frühjahr 2017 mit leitfadengestützten qualitativen Interviews die Lebens- und Studiensituation Medizinstudierender mit Kind erfragt werden.

14 Befragte (0,35% der Stichprobe) studieren mit Kind/ern, davon 4 in fester Partnerschaft. Besonders belastend sind dabei die mangelnden Betreuungsmöglichkeiten und die begrenzten Fehlzeiten bei Pflichtveranstaltungen (je N=11). Als hilfreiche Angebote werden spezielle Stipendien, eine flexible Kinderbetreuung und eine bevorzugte Platzwahl in den Blockpraktika (je N=14) benannt. 11 der Studierenden würden sich wieder für ein Studium mit Kind entscheiden, 3 aber erst, wenn das Kind selbständiger ist.

Erste Ideen zur familienfreundlichen Gestaltung an der UW/H können aufgezeigt werden, wobei die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse zu den Interviews mit den studierenden Eltern noch abzuwarten bleiben.


Literatur

1.
Middendorff E, Apolinarski B, Poskowsky E, Kandulla M, Netz N. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2012. 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschulinformations-System. Bonn, Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); 2012.
2.
Niehues J, Prospero K, Fegert JM, Liebhardt H. Familienfreundlichkeit im Medizinstudium Baden-Württemberg. Ergebnisse einer landesweiten Studie. GMS Z Med Ausbild. 2012;29(2):Doc33. DOI: 10.3205/zma000803 Externer Link
3.
Wulfert E. Studieren mit Kind: Nichts für schwache Nerven. Dtsch Ärztebl. 2012;2(7). Zugänglich unter/available from: http://www.aerzteblatt.de/archiv/124350 Externer Link