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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Kritische Selbstreflexion von Medizinstudierenden über die individuelle Einhaltung von Hygienerichtlinien an der MedUni Graz – gibt es einen Genderunterschied?

Vortrag

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  • corresponding author Verena Herbert - Graz, Österreich
  • Paul Schlumm - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
  • Harald Kessler - Medizinische Universität Graz, Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin, Graz, Österreich
  • Andreas Frings - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWiP710

doi: 10.3205/12gma256, urn:nbn:de:0183-12gma2565

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Herbert et al.
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Gliederung

Text

Nosokomiale Infektionen stellen eine ernsthafte Gefährdung für PatientInnen dar. Diese Studie untersuchte, inwiefern Studierende Hygienerichtlinien im klinischen Setting umsetzten und ob diesbezüglich ein Genderunterschied bestand.

Mit Hilfe eines 20 Punkte umfassenden Multiple-Choice Fragebogens wurden Studierende der Medizinischen Universität Graz (n=170, davon n=70 ♂, n=100 ♀) nach ihrer Ausbildung in Hygiene gebeten, eine subjektive Selbstreflexion ihres Kenntnisstandes der Hygienerichtlinien vorzunehmen.

Eine "sehr gute“ bis "gute“ Einschätzung ihres Kenntnisstands gaben 114 (67%) der Befragten an, hiervon 68 (60%) Studentinnen. Aktiv vorhandenes Basiswissen war in 88 (62%) von 141 Fällen vorhanden, hierunter 55 (63%) Frauen. 108 (65%) von 166 Befragten, hiervon 58% Studentinnen, beantworteten die Fragen übereinstimmend mit den gültigen Hygienerichtlinien. Eine Einführung von verbindlichen Qualitätsstandards, wie eines „OP-Führerscheins“, befürworteten 128 (77%) von 167 Befragten, hierunter 76 (59%) Studentinnen.

Zum Zeitpunkt der praktischen Umsetzung von Hygienerichtlinien im Medizinstudium bestehen oft gravierende Unsicherheiten. Obwohl statistisch nicht signifikant, sind in der Gruppe mit subjektiv sehr gutem bis gutem Kenntnisstand der Hygienerichtlinien und deren praktischer Umsetzung mehr Studentinnen. Diesbezüglich sollte eine umfangreichere Studie über die Relevanz von Hygienerichtlinien unter Studierenden durchgeführt werden [1], [2], [3], [4], [5].


Literatur

1.
World Alliance for Patient Safety. Global patient safety challenge 2005-2006: clean care is safer care. Geneva, Switzerland: World Health Organization; 2005.
2.
Burke JP. Infection control: a problem for patient safety. N Engl J Med. 2003;348(7):651-656. DOI: 10.1056/NEJMhpr020557 Externer Link
3.
Larson E. A causal link between handwashing and risk of infection. Examination of the evidence? Infect Control Hosp Epidemiol. 1988;9(1):28–36. DOI: 10.1086/645729 Externer Link
4.
Mann CM, Wood A. How much do medical students know about infection control? J Hosp Infect. 2006;64(4):366-370. DOI: 10.1016/j.jhin.2006.06.030 Externer Link
5.
van de Mortel T, Bourke R, McLoughlin N, Reis M. Gender influences handwashing rates in the critical care unit. Am J Infect Control. 2001;29(6):395-399. DOI: 10.1067/mic.2001.119511 Externer Link