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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Mal abschalten? – Ein Pausentag pro Woche im Studium: Pilotstudie zu Umsetzungsfähigkeit und Wirkungen

Vortrag

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  • corresponding author Diethard Tauschel - Universität Witten/Herdecke, Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland
  • Friedrich Edelhäuser - Universität Witten/Herdecke, Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland
  • Christian Scheffer - Universität Witten/Herdecke, Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin, Witten, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocV597

doi: 10.3205/12gma231, urn:nbn:de:0183-12gma2318

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Tauschel et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund und Fragestellung: Das Medizinstudium stellt hohe Anforderungen an das Lernen und die Leistungsfähigkeit. Verschiedene physiologische und psychologische Faktoren begünstigen oder behindern Erholung nach erfolgter Anstrengung ([1] siehe effort-recovery theory, Mejnan & Mulder, 1998). Wie beurteilen Medizinstudierende ihre Fähigkeit, einen Pausentag einzulegen, und welche Wirkungen erfahren sie dadurch auf sich und ihr Lernen?

Methodik: Freiwillige Teilnehmer wurden angeleitet, einen Pausentag pro Woche einzuplanen. Nach sechs Wochen erfolgte eine mixed-method Fragebogen-Erhebung

  • qualitativ: selbsterlebten Wirkungen (Freitext) – inhaltsanalytische Evaluation
  • semi-quantitativ: pre-post Selbsteinschätzung mittels Schulnotenskala

Ergebnisse: N1=16 von Ngesamt=39 (41%) konnten einen Pausentag/Woche umsetzen, N2=15 (38,5%) partiell (z.B. halber Tag), N3=8 (20,5%) nicht. Extrinsische und intrinsische Hinderungsgründe konnten eruiert werden. Wirkungen des Pausentags wurden als Steigerung in emotionalen, kognitiven und recovery-bozogenen Bereichen sowie als lern-begünstigend beschrieben. Einzelfälle berichten eine Zunahme von u.a. Stress. Jeweils 10 von 15 Teilnehmern bewerteten ihre Fähigkeit, einen Pausentag einlegen zu können, pre mit den Noten mangelhaft und ungenügend bzw. post mit befriedigend und ausreichend.

Schlussfolgerungen:

1.
Die Fähigkeit, einen Pausentag/Woche einzuhalten, wird in der Selbsteinschätzung als sehr schlecht bewertet. Sie verbessert sich nach wenigen Wochen.
2.
Die Wirkungen des Pausentags werden weitestgehend als förderlich erlebt [2], [3], [4].

Literatur

1.
Drenth PJ, Thierry H, De Wolf CM. A Handbook of work and organizational psychology. Oxford: John Wiley & Sons Ltd; 1998. S.5-33
2.
van Hooff ML, Geurts SA, Kompier MA, Taris TW. Workdays, in-between workdays and the weekend: a diary study on effort and recovery. Int Arch Occup Environ Health. 2007;80(7):599-613. DOI: 10.1007/s00420-007-0172-5 Externer Link
3.
Jansen NW, Kant I, Nijhuis FJ, Swaen GM, Kristensen TS. Impact of worktime arrangements on work-home interference among Dutch employees. Scand J Work Environ Health. 2004;30(2):139-148. DOI: 10.5271/sjweh.771 Externer Link
4.
Cornélissen G, Watson D, Mitsutake G, Fiser B, Siegelová J, Dusek J, Vohlídalová, Svaèinová H, Halberg F. Mapping of Circaseptan and circandian changes in mood. Scr Med (Brno). 2005;78(2):89-98.