gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Wikipedia: Unterstützung oder Gefahr für die Qualität der Ausbildung im Medizinstudium?

Vortrag

  • corresponding author Andreas Frings - Graz, Österreich
  • Verena Herbert - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
  • Herwig Rehatschek - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
  • Paul Schlumm - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
  • Andreas Leithner - Medizinische Universität Graz, Univ.-Klinik für Orthopädie, Graz, Österreich

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocV572

doi: 10.3205/12gma205, urn:nbn:de:0183-12gma2059

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Frings et al.
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Gliederung

Text

Das Internet beeinflusst ein enormes Spektrum unseres Alltags. Auch im Medizinstudium sind die Vor- und Nachteile dieses Trends spürbar. Aus diesem Grund untersuchten wir an der Medizinischen Universität Graz die Bedeutung der online-basierten Enzyklopädie Wikipedia für Medizinstudierende.

Zur Erhebung der Daten wurde ein online-basierter Fragebogen (21 Fragen; hiervon 17 Multiple Choice mit Ein- und Mehrfachantworten und 4 Freitextfragen) eingesetzt. Neben demographischen Daten wurden u.a. die Parameter Gesamtzeit im Internet, Verwendung von Wikipedia, Zufriedenheit mit Wikipedia und Überprüfung von bereitgestellten Informationen erhoben.

Insgesamt nahmen 787 (337 ♀, 450 ♂) Studierende teil. Beurteilungskriterium für medizinische Wikipedia-Artikel war am häufigsten (n= 614, 78%) der Vergleich mit Fachwissen aus dem Präsenzunterricht. Zusätzlich gaben 586 (74%) Befragte an, die Informationen mit Fachliteratur zu vergleichen. Fehlerhafte Informationen wurden von 617 (78%) Befragten nicht korrigiert. Die meisten dieser Befragten (n= 509, 65%) gaben an nicht zu wissen, wie Artikel korrigiert werden können.

Die Informationsqualität von medizinischen Wikipedia-Artikeln wird von den meisten Befragten geprüft. Allerdings werden entdeckte Fehler zumeist nicht korrigiert, da viele Studierende nicht wissen, wie fehlerhafte Informationen in Wikipedia korrigiert werden können. Dies wäre im Rahmen einer "professionellen Verantwortlichkeit“ von zukünftigen ÄrztInnen äußerst wünschenswert [1], [2], [3], [4], [5].


Literatur

1.
Metcalfe D, Powell J. Should doctors spurn Wikipedia? J R Soc Med. 2011;104(12):488-489. DOI: 10.1258/jrsm.2011.110227 Externer Link
2.
Hughes B, Joshi I, Lemonde H, Wareham J. Junior physician's use of Web 2.0 for information seeking and medical education: a qualitative study. Int J Med Inform. 2009;78(10):645-655. DOI: 10.1016/j.ijmedinf.2009.04.008 Externer Link
3.
Laurent MR, Vickers TJ. Seeking health information online: does Wikipedia matter? J Am Med Inform Assoc. 2009;16(4):471-479. DOI: 10.1197/jamia.M3059 Externer Link
4.
Heilman JM, Kemmann E, Bonert M, Chatterjee A, Ragar B, Beards GM, Iberri DJ, Harvey M, Thomas B, Stomp W, Martone MF, Lodge DJ, Vondracek A, de Wolff JF, Liber C, Grover SC, Vickers TJ, Meskó B, Laurent MR. Wikipedia: a key tool for global public health promotion. J Med Internet Res. 2011;31(1):13:e14.
5.
Boulos MN, Maramba I, Wheeler S. Wikis, blogs and podcasts: a new generation of Web-based tools for virtual collaborative clinical practice and education. BMC Med Educ. 2006;6:41.