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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

27.09. - 29.09.2012, Aachen

Medizindidaktisches Ausbildungsprogramm an der Universitätsklinik Jena

Vortrag

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  • corresponding author Claudia Ehlers - Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
  • Orlando Guntinas-Lichius - Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Aachen, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocV554

doi: 10.3205/12gma187, urn:nbn:de:0183-12gma1875

Veröffentlicht: 18. September 2012

© 2012 Ehlers et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Welche institutionellen Aspekte der Fakultät und welche individuellen Aspekte der Lehrenden sollten beim Aufbau eines medizindidaktischen Ausbildungsprogramms an der Universitätsklinik Jena berücksichtigt werden?

Methode: Es wurde eine Online-Umfrage mit der Software „Lime-Survey“ über einen Zeitraum von sechs Wochen im Wintersemester 2011/2012 mit 50 Fragen durchgeführt. Die Fragen beinhalteten folgende Themen:

  • Aktivität in der Lehre,
  • Selbsteinschätzung der Lehrenden,
  • besuchte (medizin-) didaktische Fortbildungen in den letzten fünf Jahren,
  • Wünsche zu künftigen Fortbildungen und
  • die mögliche aktive Teilnahme zum Aufbau an einem medizindidaktischen Programm.

Die Ergebnisse wurden im Studiendekanat mit Hilfe des statistischen Analyseprogramms SPSS ausgewertet.

Ergebnisse: 125 Lehrende haben an der Umfrage teilgenommen. Dabei haben die Dozenten betont, Studenten gerne zu unterrichten (Durchschnitt 1,64 auf einer 5-Punkt-Likert-Skala). Als Negativeinschätzungen wird die adäquate Entlastung von Dienstpflichten empfunden (3,5) und Schwierigkeiten im Bereich von Assessments wie das Entwickeln von Objective Clinical Standardized Examination Stationen (Durchschnitt 3,51) und das Erarbeiten von reliablen und trennscharfen Multipe Choice Fragen (Durchschnitt 3,0). Wenngleich in den letzten fünf Jahren 75% weniger als acht Stunden Fortbildung besucht haben, signalisieren 97% künftig ein Interesse daran. Die bereits bestehenden Fortbildungen werden auf der Notenskala von 1 bis 6 alle mit 1 oder 2 eingestuft: Die regelmäßige Fortbildung "Problem Orientiertes Lernen“ mit 1,64 und die Fortbildung zur Erstellung von Multiple Choice Fragen von 2,27. Die allgemeinen didaktischen Fortbildungen des Universitätsprojekts "Lehre Lernen“ mit allgemein didaktischen Fortbildungen mit dem auch ein Zertifikat erreicht werden kann mit 1,73 und dem von extern angebotenem Seminar zum Aufbau von Objektiven Standardisierten Clincial Examinations Prüfungen mit 1,89. Bereits mehr als die Hälfte ist nicht gewillt auch nur einen Tag Freizeit für Fortbildungen zu opfern (54%) und 42% sind nicht bereit Kosten für die Fortbildung zu tragen. Bei den Fortbildungen muss die Qualität im Vordergrund stehen. Die Wunschliste der Fortbildungen ist sehr individuell, im Vordergrund stehen lernpsychologische Grundlagen, Feedback, Formulieren von Lernzielen und Assessments. 20% der Teilnehmer haben ein Interesse an der aktiven Teilnahme am Aufbau eines medizindidaktischen Ausbildungsprogramms angemeldet.

Schlussfolgerung: Es sollte ein Jena- spezifisches- medizindidaktisches Ausbildungsprogramm aufgebaut werden, da sich nahezu alle Dozenten der Online-Umfrage (medizin-) didaktische Fortbildungen wünschen (97%). Dabei sollte die Fortbildungszeit als Arbeitszeit anerkannt werden und auch die Kosten sollten getragen werden. Die Wünsche sind sehr individuell, am meisten werden derzeit Fortbildungen in den Bereichen Lernpsychologie, Feedback, Lernziele und Assessment gewünscht. Bereits existierende Kurse müssen besser bekannt gemacht werden, die Kooperationen mit Kursanbietern (Universität und Personalenwicklung Universitätsklinikum) ausgebaut und intensiviert werden. Neue Kurse sollen gemeinsam erarbeitet und publiziert werden [1], [2], [3], [4].


Literatur

1.
Raupach T, Spering C, Bäumler C, Burckhardt G, Trümper L, Pukrop T. Hochschuldidaktische Fortbildungen in der Universitätsmedizin: ein Beitrag zur Bedarfsanalyse. Med Klinik. 2009;11(104):841-845. DOI: 10.1007/s00063-009-1180-x Externer Link
2.
Lammerding-Köppel M, Fabry G, Hofer M, Ochsendorf F, Schirlo C. Hochschuldidaktische Fortbildungen in der Medizin: II. Anforderungsprofil der Qualifizierungsangebote. GMS Z Med Ausbild. 2006;23(4):Doc74. Zugänglich unter/avialable from: http://www.egms.de/static/de/journals/zma/2006-23/zma000291.shtml Externer Link
3.
Fabry G, Hofer M, Ochsendorf F, Schirlo C, Breckwoldt J, Lammerding-Köppel M. Hochschuldidaktische Aspekte in der Medizin III: Aspekte der erfolgreichen Implementierung von Qualifizierungsangeboten. GMS Z Med Ausbild. 2008;25(2):Doc84. Zugänglich unter/available from: http://www.egms.de/static/de/journals/zma/2008-25/zma000568.shtml Externer Link
4.
Fabry G, Lammerding-Köppel M, Hofer M, Ochsendorf F, Schirlo C, Breckwoldt J. Hochschuldidaktische Aspekte in der Medizin IV. Messung und Erfolg medizindidaktischer Ausbildungsangebote. GMS Z Med Ausbild. 2010;27(4):Doc62. DOI: 10.3205/zma000699 Externer Link