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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Implementierung einer OSCE-Prüfung zur Benotung des Chirurgischen Blockpraktikums

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  • corresponding author presenting/speaker Robert B. Brauer - TU München, Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik, München, Deutschland
  • author Anian Kammerloher - TU München, Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik, München, Deutschland
  • author Helmut Friess - TU München, Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma231

DOI: 10.3205/11gma231, URN: urn:nbn:de:0183-11gma2313

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Brauer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Nach der Approbationsordnung für Ärzte müssen auch praktische Lehrveranstaltungen wie Blockpraktika, benotet werden. Die Benotung des Chirurgischen Blockpraktikums am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) wurde von Einzelnoten auf eine abschließende OSCE-Prüfung (Objective Structured Clinical Examination) umgestellt. Es wurde überprüft, ob mit einer rein praktisch orientierten, relativ neuen Prüfungsform wie der OSCE-Prüfungbei über 320 Studenten pro Jahr eine valide Notengebung möglich ist.

Methoden: Es wurde eine OSCE-Prüfung mit sieben praktischen Stationen aus dem Bereich Nahttechnik, Osteosynthese, Verbandslehre, Hygiene und Sterilität, klinische Untersuchung und perioperatives Management gebildet. Die Bewertung erfolgte durch gleichberechtigte studentische und ärztliche Rater. Es wurde die Machbarkeit einer umfangreichen OSCE-Prüfung mit den notwendigen Modifikationen untersucht, und die Notenspiegel wurden verglichen.

Ergebnisse: In den letzten 12 Monaten fanden vier chirurgische Blockpraktika über je drei Wochen mit insgesamt 326 Studierenden statt. 319 Studierende wurden für die jeweils am Ende des Praktikums stattfindende OSCE-Prüfung zugelassen. Die Durchschnittsnote lag bei 1,75. Verglichen mit den ärztlichen Ratern haben die studentischen Rater entweder gleich benotet oder strenger. Die Notenspiegel ergaben bei allen OSCE-Prüfungen Gaußsche Verteilungskurven mit hoher Validität. Allerdings war eine Anpassung der Bewertungsbögen und eine Erweiterung der Stationen mit abgewandelten Inhalten erforderlich, um gleiche Prüfungsbedingungen für alle Studierenden zu erhalten. Die Durchführung der OSCE-Prüfungen in diesem Umfang ist bei entsprechender Vorbereitungszeit und mit der finanziellen Unterstützung durch Studiengebühren möglich. Die Evaluation der Prüflinge nach Abschluss der Prüfung war sehr positiv.

Schlussfolgerung: Die neue Approbationsordnung fordert Umstrukturierungen nicht nur in der Lehre, sondern auch in den Prüfungsformen der Lehrveranstaltungen. Durch diese praktische Prüfung werden wesentliche Fähigkeiten eines Studierenden bewertet, die durch das IMPP nicht geprüft werden können. Die Umstellung von Einzelprüfungen auf eine OSCE-Prüfung erfolgte problemlos. Die Notenverteilung ergab bei allen durchgeführten OSCE-Prüfungen annähernd eine Gaußsche Verteilung der Noten. Die durchschnittliche Benotung lag zwischen 1,7 und 2,1 (n=326). Interessanterweise waren die gleichberechtigten studentischen Rater etwas strenger bei der Verteilung der Bewertungspunkte, als die ärztlichen Rater. Studentische Rater können bei entsprechender Schulung als OSCE-Rater eingesetzt werden.