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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Serviceleistungen für schwangere Medizinstudentinnen im vorklinischen und klinischen Studienabschnitt

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma186

DOI: 10.3205/11gma186, URN: urn:nbn:de:0183-11gma1862

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Liebhardt et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Als Ergebnis einer Studie zur Familienfreundlichkeit des Medizinstudiums in Baden-Württembergs wurden Lücken im Beratungswesen schwangerer Medizinstudentinnen bezüglich des Umgangs mit den Mutterschutzbestimmungen festgestellt. Als gesetzliche Grundlage für den Mutterschutz von schwangeren und stillenden Studentinnen gilt das Mutterschutzgesetz. Die Überwachung der Einhaltung der Mutterschutzfristen obliegt der Universität. Welche Maßnahmen sind erforderlich für eine effektive Beratung und Unterstützung schwangerer Medizinstudentinnen?

Methoden: Die hier vorgestellten Ergebnisse und Empfehlungen basieren auf einer von der Universität Ulm durchgeführten qualitative (Leitfadeninterviews) und quantitative (schriftliche Befragung) Studien zum familienfreundlichen Medizinstudium an den Universitäten Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm (2008-2010) sowie einer Expertise (Literaturmetaanalyse) zur medizinischen Evidenz der Dauer des Mutterschutzes (2010).

Ergebnisse: Die Ergebnisse unserer Studien zeigen, dass keine Fakultät weder das Studiendekanat noch die Fachbereiche ausreichend Service oder relevante Informationen für die gesundheitliche Sicherheit in der Schwangerschaft im Medizinstudium anbieten. Als Empfehlung kann abgeleitet werden,

1.
mehr Informationen zu Risiken in der Schwangerschaft allen Studierenden, insbesondere jenen, die eine Schwangerschaft planen, routinemäßig und zu Studienbeginn zur Verfügung zu stellen,
2.
Zuständigkeiten und Meldepflichtabläufe transparent zu gestalten und
3.
Lehr- und Beratungspersonal zu schulen.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse konnten zeigen, inwieweit die Mutterschutzbestimmungen in der medizinischen Ausbildung implementiert werden, welche Hindernisse und Risiken bestehen und welche Leistungen in Beratung und Service für weibliche Medizinstudentinnen zu empfehlen sind [1], [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8].


Literatur

1.
Liebhardt H, Fegert JM. Medizinstudium mit Kind: Familienfreundliche Studienorganisation in der medizinischen Ausbildung. Lengerich: Pabst Sciences Publisher; 2010.
2.
Liebhardt H, Stolz K, Mörtl K, Prospero K, Niehues J, Fegert JM. Familiengründung bei Medizinerinnen und Medizinern bereits im Studium? Ergebnisse einer Pilotstudie zur Familienfreundlichkeit im Medizinstudium an der Universität Ulm. GMS Z Med Ausbild. 2011;28(1):Doc14. DOI: 10.3205/zma000726 Externer Link
3.
Liebhardt H, Fegert JM, Dittrich W, Nürnberger F. Medizin studieren mit Kind. Ein Trend der Zukunft? Dtsch Arztebl. 2010;107(34-35):A-1613, B-1434, C-1414.
4.
Liebhardt H, Niehues J, Fegert JM. Praktische Ansätze für ein familienfreundliches Medizinstudium. GMS Z Med Ausbild. 2011 (in Begutachtung).
5.
Niehues J, Prospero K, Liebhardt H, Fegert JM. Familienfreundlichkeit im Medizinstudium in Baden-Württemberg. Ergebnisse einer Studie. GMS Z Med Ausbild. 2011 (in Begutachtung).
6.
Gabbe SG, Morgan MA, Power ML, Schulkin J, Williams SB. Duty hours and pregnancy outcome among residents in obstetrics and gynecology. Obstet Gynecol. 2003;102(5 Pt 1):948-951. DOI: 10.1016/S0029-7844(03)00856-1 Externer Link
7.
Fegert JM, Liebhardt H, Reister F, Hummler H, Britsch P, Weber J, Ziegenhain U. Evidenzbasis für Mutterschutzfristen? Interdisziplinäres medizinisches Gutachten zur Frage der erforderlichen Dauer von Mutterschutzfristen vor dem Hintergrund der auf europäischer Ebene angestrebten Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs. Berlin: Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend; 2010.
8.
Liebhardt H, Prospero K, Niehues J, Fegert JM. Evidenzbasierte Beratung und Studienverlaufsmonitoring für studierende Eltern in der Medizin. Ein Praxisbeispiel an der Universität Ulm. ZBS. 2010;2:50-55.