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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Kriterien für eine leistungsorientierte Mittelvergabe in der Lehre

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  • corresponding author Ingo Just - Medizinische Hochschule Hannover, Studiendekanat, Hannover, Deutschland
  • author presenting/speaker Susanne Beinhoff - Medizinische Hochschule Hannover, Studiendekanat, Hannover, Deutschland
  • Hermann Haller - Medizinische Hochschule Hannover, Studiendekanat, Hannover, Deutschland
  • author presenting/speaker Volkhard Fischer - Medizinische Hochschule Hannover, Studiendekanat, Hannover, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma233

DOI: 10.3205/10gma233, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2338

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Just et al.
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Gliederung

Text

Die leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) in der Lehre soll die Qualität der Hochschullehre an einer Fakultät erhöhen. Anhand eines Kriterienkatalogs sollen zeitnah unterschiedliche Aspekte der Lehre quantifiziert und die Lehrveranstaltungen gerankt werden. Durch die Bonuszahlungen soll ein finanzieller Anreiz für die Abteilungen bzw. Kliniken geschaffen werden, die angebotene Lehre zu optimieren. Wichtigstes Kriterium hierbei ist die Effektivität der universitären Lehre, also der Lernfortschritt der Studierenden. Die Quantifizierung des Lernfortschritts ist im Prinzip auf Basis der Ergebnisse des 2. Teils des Staatsexamens (M2neu) und des Progresstests (PTM) möglich. Der PTM ist an der MHH wegen zu geringer Teilnahme nicht verwertbar. Die Fragen von M2neu können nicht nach allen Fächern aufgeschlüsselt werden, was für eine faire Berücksichtung aller Fächer jedoch erforderlich ist. Deshalb wurden für das LOM-Konzept der MHH andere lehrnahe Kriterien verwendet.

Die für den Studiengang Medizin zur Verfügung stehende Summe von 1 Mill. € wird folgender Maßen verteilt: 25% für die Lehrkultur und 75% für die Bewertung der einzelnen Module (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).

Bei der Lehrkultur werden folgende Kriterien berücksichtigt, die mit unterschiedlichen Punktwerten belegt sind. Die Kriterien sind: Didaktische Fortbildung, Bereitstellung von Lehrmaterialien, Publikationen zur Lehre, Einwerben von Drittmittel und Spenden für die Lehre, Modulkoordination. Die Eingabe erfolgt über share point. Die Summe aller Punkte entspricht der zu verteilenden Summe; die Verteilung der LOM-Summe auf die Abteilung/Klinik erfolgt nach dem prozentualen Anteil, dem die Punktsumme einer Abteilung an der Gesamtpunktsumme entspricht. Die Vergabe des LOM-Anteils nach Lehrkultur erfolgt also auf Abteilungs/Klinikebene, ist modulunabhängig und studiengangsübergreifend und ist somit nicht spezifisch für den Studiengang Medizin.

Die Bewertung der Module im Studiengang Medizin erfolgt nach Punkten und setzt sich aus der studentischen Evaluation (15 Punkte), der Prüfungsqualität (9 Punkte) und dem Lehrvolumen (6 Punkte) zusammen. Bei der (elektronischen) studentischen Evaluation wird die Gesamtbewertung des Moduls nach dem Oberstufennotensystem zu Grunde gelegt. Die Prüfungsqualität soll eine faire und leistungsdiskriminierende Prüfung abbilden; dazu wird als Kriterium das Notenverteilungsspektrum verwendet. Da die Qualität der Lehre auch durch dem Umfang des Unterrichts bedingt ist, wird das Lehrvolumen (nach Kategorien) berücksichtigt. Die bei den einzelnen Kriterien erreichten Punkte werden addiert und die Module des Studiengangs werden nach absteigender Gesamtpunktzahl gerankt; die Module des obersten Drittel erhalten jeweils den gleichen LOM-Anteil; es findet keine weitere Unterscheidung nach Punkt­werten statt. Da die meisten Module interdisziplinär angelegt sind, muss die LOM-Summe auf die Abteilungen heruntergebrochen werden. Dies geschieht anteilsmäßig anhand der Dozentenstunden, die jede Abteilung/Klinik in das Modul eingebracht hat.

Die Erfassung der Kriterien erfolgt elektronisch bzw. über share point und ist somit mit einem nur geringfügig erhöhten Aufwand und ohne Zeitverzögerung bei der Berechnung verbunden. Das auf den ersten Blick komplizierte Konzept spiegelt zum einen die Schwierigkeit wieder, Lehrqualität zu quantifizieren, zum anderen garantieren die unterschiedlichen Parameter eine ausgewogene und faire Abbildung der Lehrqualität.