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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Studentisches Tutorium praktischer Fertigkeiten - Hilfestellung beim Einstieg in den zweiten Abschnitt des Medizinstudiums

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Athanasios Soulos - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Medizinische Fakultät, Prodekanat für Lehre, Hamburg, Deutschland
  • Maren Ehrhardt - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Jörg Pollok - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Hepatobiliäre Chirurgie und Transplantationschirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Egina Puschmann - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Karsten Sydow - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie, Hamburg, Deutschland
  • Olaf Kuhnigk - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Medizinische Fakultät, Prodekanat für Lehre, Hamburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma204

DOI: 10.3205/10gma204, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2043

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Soulos et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Klinisch-praktische Fertigkeiten sind mit der ärztlichen Approbationsordnung (ÄAppO) von 2002 aufgrund Ihrer Bedeutung im Kontext ärztlichen Handelns stärker in den Mittelpunkt der medizinischen Ausbildung gerückt. An der Medizinischen Fakultät Hamburg ist dieser Anspruch an die allgemeine Arztreife in den Hamburger Lernzielkatalog eingeflossen. Den zweiten Abschnitt des Medizinstudiums können die Studierenden mit sechs unterschiedlichen Themenblöcken beginnen, die ebenso unterschiedlich hohe Anforderungen an die klinisch-praktischen Fertigkeiten stellen. Bereits im ersten Abschnitt wird durch die "Einführung in die klinische Medizin" auf diese Herausforderung vorbereitet und in den jeweiligen Themenblöcken die Kenntnisse durch eine Propädeutik weiterführend vertieft. Ein ergänzendes Angebot stellt seit Oktober 2009 ein studentisch geleitetes Tutorium praktischer Fertigkeiten zur Vermittlung von Basiskompetenzen der körperlichen Untersuchung dar.

Methodik: In einem durch Studiengebühren finanziertem Projekt ist ein fakultatives Tutorium für alle Studierende des zweiten Abschnitts des Medizinstudiums entwickelt worden. In bis zu sechs Teilnehmer fassenden Gruppen wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben in drei Modulen unter studentischer Anleitung die strukturierte körperliche Untersuchung des Herzens, der Lunge und des Abdomens zu üben. Die Tutorinnen und Tutoren wurden im Vorfeld durch ärztliches Personal aus den Fachrichtungen der Allgemeinmedizin, der Chirurgie und der Inneren Medizin hinsichtlich der Basisfertigkeiten und durch das Prodekanat für Lehre zu gruppendynamischen Prozessen geschult. Die für die Schulung erarbeiteten Vorgaben orientieren sich dabei am Hamburger Lernzielkatalog. Die Anmeldung zu den Tutorien erfolgt über die e-learning-Plattform Moodle / Mephisto, ebenso ist darüber ein Downloadbereich und ein Forum für die Teilnehmer eingerichtet.

Die Evaluation des Tutoriums findet elektronisch über das Webserviceprogramm für Studierende FACT statt.

Ergebnisse: Im ersten Durchlauf von Oktober bis Dezember 2009 (300 verfügbare Plätze) haben 147 Studierende mindestens einmal das Tutorium praktischer Fertigkeiten besucht. Untersucht werden der Anteil der teilnehmenden Studierenden aus dem klinischen Abschnitt und deren Einschätzung u.a. zu Organisation, Nutzen, Zufriedenheit und Sicherheit im Umgang mit Patienten im Rahmen des curricularen Lehrangebotes (Blockpraktikum, Unterricht am Krankenbett). Ein zweiter Durchlauf von Januar bis April 2010 ist gerade beendet worden und der dritte Durchlauf des Studienjahres 2009 läuft von April bis Juli 2010. Die Ergebnisse des Studienjahres 2009 liegen zum Zeitpunkt der Jahrestagung vor.

Schlussfolgerungen: Die Anmeldungen der ersten drei Durchläufe deuten auf ein bestehendes Interesse der Studierenden im zweiten Abschnitt des Medizinstudiums an einem zusätzlichen Angebot zum Erlernen und Üben von praktischen Basisfertigkeiten hin. Bei noch ausstehender Auswertung aller Evaluationsdaten gilt es das Tutorium zu etablieren und durch Einbindung weiterer Fachrichtungen auszuweiten. Das weiterführende Ziel nach Etablierung wäre die Einbindung in einen nationalen Lernzielkatalog praktischer Fertigkeiten.