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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Internationales kooperatives Lernen mit dem fallbasierten E-Learning Portal ICON: ein Blended-Learning-Ansatz

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  • corresponding author presenting/speaker Daniel Tolks - Private Universität Witten/Herdecke, Institut für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen, Witten, Deutschland
  • James Quattrochi - Harvard University Bosten, Boston, USA
  • author Martin R. Fischer - Private Universität Witten/Herdecke, Institut für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen, Witten, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma194

DOI: 10.3205/10gma194, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1948

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Tolks et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die onlinebasierte Lernplattform ICON (Interactive Case-Based Online Network) wurde an der Harvard University zur Förderung des interdisziplinären problemorientierten Lernens entwickelt. Sie ermöglicht es, Fälle online in Gruppen zu bearbeiten und dabei mit diversen Experten zu kommunizieren und den Fall je nach dem Lernbedarf der Teilnehmer im Dialog dynamisch weiterzuentwickeln.

Fragestellung: Wie wirkt sich eine kooperative Nutzung durch Studenten aus Deutschland und den USA bei der Erarbeitung von virtuellen Fällen in einer interaktiven Lernplattform auf Lerneffektivität und Dynamik der Gruppenarbeit aus.

Durchführung und Methoden: Studenten der Harvard University und der Universität Witten/Herdecke haben im Wintersemester 2009 online in zwei gemischten Gruppen mit jeweils 11 Teilnehmern ICON-Fallgeschichten aus dem Bereich Neurologie bearbeitet. Die Studenten tauschten sich mittels der ICON-Lernplattform mit den Studenten der anderen Universität aus und entwickeln gemeinsam diagnostische Hypothesen und Strategien und Therapievorschläge. Ein gewählter studentischer Gruppenleiter kommuniziert im Auftrag der Gruppe mit den virtuellen Patienten und Angehörigen; bei Bedarf können weitere Informationen sowie Befunde und Expertenmeinungen angefordert werden. Weiterführende Informationen werden abhängig von den Aktivitäten der Studenten innerhalb der ICON-Lernplattform zur Verfügung gestellt. Die jeweiligen Rollen des Patienten, der Angehörigen und medizinischen Experten werden von Mitarbeitern der jeweiligen Fakultät übernommen und dynamisch gestaltet. Im Rahmen des Konzeptes des Blended-Learning wird die kontinuierliche Arbeit an den Fällen in wöchentlichen 90-minütigen Präsenz-Diskussionen reflektiert. Nach drei Wochen endet der jeweilige Fall mit einer Fallsynthese, in der jeder Student eine Zusammenfassung des Gelernten und einen Therapievorschlag vor der jeweiligen Gruppe darstellt und verteidigt. Jeder Teilnehmer lädt seine individuelle Fallzusammenfassung auf die Lernplattform. Die Interaktion innerhalb der Onlineforen des ICON-Systems wird mittels Fragebogen und eines eigens entwickelten Logging-Systems evaluiert und erfasst alle quantitativen und qualitativen Aktivitäten der Studenten im System.

Ergebnisse: Die Akzeptanz ist bei den Teilnehmern in den USA und in Deutschland hoch. Es zeigt sich in beiden internationalen Fallbearbeitungsgruppen eine vergleichbare Strukturierung der Diskussion und der virtuellen Kontakte wie in den rein amerikanischen historischen Vergleichsgruppen. Die Evaluationsdaten sollen während des Vortrages vorgestellt werden. Der Aufwand auf Dozentenseite umfasst neben der Präsenzzeit pro Woche ca. 2 Stunden für die Online-Betreuung. Der Lernaufwand variert stark auf studentischer Seite und wird mit 4-8 Stunden pro Woche als hoch eingeschätzt.

Schlussfolgerung: Die ICON-Lernplattform ist für die Durchführung internationaler Fallbearbeitungen in Gruppen im Sinne eines innovativen kooperativen Blended-Learningscenarios geeignet. Die Bearbeitungsprofile unterscheiden sich zwischen amerikanischen und deutschen Studierenden nicht wesentlich. Weitere vergleichende Untersuchungen zu unterschiedlichen Nutzungszenarien sind erforderlich.