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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Mehr Klinik durch Einsatz studentischer Tutoren im Blockpraktikum Pädiatrie

Vortrag

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  • corresponding author presenting/speaker Martin Ebinger - Universitätsklinikum Tübingen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I, Tübingen, Deutschland
  • author Andreas Busch - Universitätsklinikum Tübingen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I, Tübingen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma45

DOI: 10.3205/10gma045, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0452

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Ebinger et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In der Novelle der Approbationsordnung von 2003 wird als zentraler Bestandteil der patientennahe und praktische Unterricht in Kleingruppen gefordert. Es wird ein Modell dargestellt, wie sich diese Forderung im klinischen Alltag für das curriculäre Wochenpraktikum Pädiatrie mit einem Durchsatz von 150 Studierenden pro Semester umsetzten lässt.

Methodik: Wir beschreiben, wie die genannte Forderung nach größerer Praxisnähe durch den Einsatz studentischer Tutoren mit vertretbarem Personalaufwand umgesetzt werden kann. Neben der deskriptiven Darstellung wird als Evaluationsinstrument eine systematische, web-basierte Evaluation über das System tuevalon (http://www.tuevalon.de/) eingesetzt.

Ergebnisse: Mithilfe eines mehrstufigen Unterrichts (1. Basisunterricht im Morgenseminar; 2. praktischer Block auf Station durch studentische Tutoren, gegliedert in Patientenuntersuchung und modulare, praktische Bausteine; 3. interdisziplinäres Mittagsseminar zu Themen wie Gesprächsführung, Handling des Säuglings - siehe Abbildung 1 [Abb. 1]) lässt sich die Forderung nach engem Patientenkontakt in Gruppen von zwei Studierenden/Tutor und Station umsetzen. Dabei ist eine intensive fachliche und didaktische Schulung und laufende Betreuung der Tutoren unabdinglich, da sie organisieren, motivieren, supervidieren, moderieren und gelegentlich mediieren müssen. In der Evaluation wird das Praktikum von den Studierenden bei einem Rücklauf von > 60% in den letzten Semestern stabil auf Werte um 1,5 (nach Schulnoten) gerankt und liegt damit meist an vorderster Stelle aller Blockpraktika. Der personelle Einsatz beläuft sich auf eine 25%-Arztstelle (Organisation, Unterricht, Schulung und Betreuung der Tutoren) sowie den Einsatz von 14 Tutoren/Semester mit einer Arbeitszeit von 6 Wochen à 4 h/d.

Schlussfolgerungen: Für ein curriculäres Blockpraktikum eines großen Faches mit hoher Teilnehmerzahl lässt sich durch den Einsatz studentischer Tutoren und ein modulares Unterrichtssystem ein patienten- und praxisnaher Unterricht mit vertretbarem personellen Aufwand umsetzen.