gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Peer teaching im Blockpraktikum Pädiatrie - Wer ist der bessere Lehrer?

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Rainer Büscher - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Pädiatrie 2, Essen, Deutschland
  • Dominic Weber - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Pädiatrie 2, Essen, Deutschland
  • Malte Hölscher - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Pädiatrie 2, Essen, Deutschland
  • Anja Büscher - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Pädiatrie 2, Essen, Deutschland
  • Bernhard Groes - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Pädiatrie 2, Essen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma43

DOI: 10.3205/10gma043, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0439

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Büscher et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: An der Universitäts-Kinderklinik Essen werden seit 1986 studentische Tutoren in einem vierzehntägigen Intensivkurs ausgebildet, um im Blockpraktikum Pädiatrie Studierende des 3. und 4. Klinischen Semesters am Krankenbett in basalen pädiatrischen Untersuchungstechniken zu unterrichten („peer-to-peer-teaching). Die Tutoren werden für ein Jahr als studentische Hilfskräfte in der Klinik eingestellt. Der Schwerpunkt der Tutorenausbildung liegt auf der Vermittlung affektiver und sensomotorischer Fertigkeiten, wie zum Beispiel Kontaktaufnahme zu Eltern und Kindern, sowie auditive und manuelle Fertigkeiten.

Ziel: In dieser prospektiven Studie sollte untersucht werden, ob die Tutoren spezifische pädiatrische Untersuchungstechniken ähnlich gut vermitteln können, wie ein erfahrener pädiatrischer Dozent.

Methodik: Einhundertdreiundzwanzig Studierende wurden auf zwei Gruppen verteilt, die entweder einem pädiatrischen Dozenten oder einem studentischen Tutor zugeteilt wurden. Nach einer einstündigen Unterrichtseinheit mussten die erlernten manuellen und verbalen Fähigkeiten im Rahmen einer 10minütigen OSCE-Prüfung demonstriert werden.

Ergebnisse: Gegenüber einer Vortest-Gruppe von 23 Studierenden, die bisher an keinem Unterricht teilgenommen hatte, erzielten beide Untersuchungsgruppen ein signifikant besseres Prüfungsergebnis. Die Studierenden, die von einem Tutor unterrichtet wurden (‚Tutor-Student') erreichten dabei im direkten Vergleich eine ähnliche Gesamtpunktzahl, wie die Gruppen, die von einem pädiatrischen Dozenten (‚Dozent-Student') ausgebildet wurden (21,7±4,1 vs. 22,6±3,6 von 36 Punkten, p=0,203). Insbesondere in der Teilaufgabe, in der ausschließlich praktische Fertigkeiten überprüft wurden, zeigte die Gruppe der von einem Dozenten unterrichteten Studierenden keinen punktwerten Vorteil (7,44±2,15 vs. 7,97±1,87 von maximal 16 Punkten, p=0,154). Die Mehrzahl der Studierenden (77%) gab an, dass sie den Unterricht mit den Tutoren als lernfördernd angesehen haben.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der quantitativen Lernstudie können belegen, dass der Einsatz von studentischen Tutoren im klinischen Unterricht sinnvoll und lernfördernd ist, wenn diese selektive Aufgaben übernehmen. Die studentischen Tutoren ersetzen nicht die Lehraufgaben der Dozenten, erleichtern durch ihre Zwischenstellung in der Krankenhaushierarchie aber die Aufgabe der Lehrenden.