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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Entwicklung eines Fragebogens zur Zufriedenheit von Studierenden mit Schauspielpatientenkontakten in der medizinischen Ausbildung

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Eva Neumann - Universität zu Köln, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Köln, Deutschland
  • Rainer Obliers - Universität zu Köln, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Köln, Deutschland
  • Houda Hallal - Universität zu Köln, Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften, Köln, Deutschland
  • Christoph Stosch - Universität zu Köln, Studiendekant, Kölner Interprofessionelles Skills Lab und Simulationszentrum, Köln, Deutschland
  • Christian Albus - Universität zu Köln, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Köln, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma2

DOI: 10.3205/10gma002, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0025

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Neumann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: In der medizinischen Ausbildung werden zunehmend innovative Lehrveranstaltungen durchgeführt, in denen Studierende ärztliche Kompetenzen durch Kontakte mit Schauspielpatienten, die verschiedene Krankheitsbilder simulieren, praktisch einüben können. Für die Evaluation dieser Veranstaltungen liegen bislang keine standardisierten Messinstrumente vor. Ziel dieser Studie ist die Entwicklung eines Fragebogens, mit dem die Zufriedenheit der Studierenden mit Schauspielpatientenkontakten im Medizinstudium erfasst werden kann.

Methodik: 107 Studierende der Medizin nahmen an der Studie teil. Nach der Teilnahme an einer Lehrveranstaltung mit Schauspielpatientenkontakten (PJ-Start-Block) wurde ihnen ein neu entwickelter Fragebogen vorgelegt, der aus 33 Items mit positiven Aussagen zu verschiedenen Aspekten der Veranstaltung bestand. Auf fünfstufigen Rating-Skalen von 1 „trifft zu“ bis 5 „trifft nicht zu“ wird der Grad der Zustimmung zu den Items eingeschätzt. Weiterhin gibt es ein einzelnes Item, mit dem die Veranstaltung in Analogie zu Schulnoten auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) im Gesamten bewertet wird.

Ergebnisse: Von den ursprünglich 33 Items zur Bewertung einzelner Aspekte lassen sich 23 faktorenanalytisch zu 5 Skalen zusammenfassen, die sich inhaltlich auf die Erfolgszufriedenheit, das Dozententeam, die Schauspieler, die Studierenden selbst und die Räumlichkeiten beziehen. Die internen Konsistenzen der 5 Skalen fallen zufrieden stellend bis gut aus; die Werte für Cronbach’s Alpha liegen zwischen .67 und .89. Die Gesamtbewertung weist bedeutsame Zusammenhänge mit den neu gebildeten Skalen auf. Am höchsten korreliert die Gesamtbewertung mit der Erfolgszufriedenheit (r = .60). Auch die Korrelationen mit den Bewertungen des Dozententeams (r = .35), der Schauspieler (r = .30) und der Studierenden (r = .30) werden signifikant, während sich kein bedeutsamer Zusammenhang mit den Räumlichkeiten zeigt. Die Befragung ergibt insgesamt, dass die Studierenden sehr zufrieden mit der Veranstaltung waren. Bei allen 5 Skalen liegen die Mittelwerte zwischen 1 und 2, d.h. die Studierenden stimmten den Items in hohem Maße zu. Der Mittelwert der Gesamtbewertung liegt bei 1,31.

Schlussfolgerungen: Die faktorenanalytisch ausgewählten 23 Items und das einzelne Item für die Gesamtbewertung bilden die Endfassung des Fragebogens. Es ist vorgesehen, diese Version einer weiteren Kohorte von Studierenden vorzulegen. Die Befunde der Replikationsstudie werden bis zur Tagung vorliegen und können in die Präsentation aufgenommen werden. Der neu entwickelte Fragebogen bietet die Möglichkeit, die Güte von Lehrveranstaltungen mit Schauspielpatientenkontakten ökonomisch und valide einschätzen zu können.


Anmerkung

Projekt im Rahmen des studienbeitragsgeförderten Lehrprojekts PJ-Start-Block (http://www.pjstartblock.uni-koeln.de) unter Beteiligung der folgenden Institutionen der Universität zu Köln: Medizinische Fakultät: Zentrum für Palliativmedizin (Prof. Dr. Voltz, PD Dr. Schiessl), Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie (PD Dr. Albus, Prof. Dr. Obliers, Dr. Koerfer), Institut für Pharmakologie (Prof. Dr. Herzig, Dr. Matthes), Studiendekanat und Kölner Interprofessionelles Skills Lab und Simulationszentrum (Prof. Dr. Dr. Lehmann, Dr. Boldt, Dr. h.c. (RUS) Stosch), Institut für Geschichte und Ethik der Medizin (Prof. Dr. Karenberg, Prof. Dr. Dr. Schäfer) und Humanwissenschaftliche Fakultät: Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften (Prof. Dr. Allemann-Ghionda)