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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

E-Learning im TIP-TOP Dermatologie-Praktikum: Nutzen und Lehren

Vortrag

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  • corresponding author Falk Ochsendorf - Universitäts-Hautklinik, Frankfurt/M, Deutschland
  • Patrick Albano - Universitäts-Hautklinik, Frankfurt/M, Deutschland
  • Heike Beschmann - Universitäts-Hautklinik, Frankfurt/M, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5V102

DOI: 10.3205/09gma102, URN: urn:nbn:de:0183-09gma1028

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Ochsendorf et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Seit dem WS 2002/2003 ist die Online-Lehre integraler Bestandteil des TIP-TOP Dermatologie-Praktikums. Dieses besteht aus interaktivem Hörsaalunterricht, Kleingruppenlehre auf Station sowie dem E-Learning. Fakultative Elemente sind hier Repetitorium, Übungen zur Befundbeschreibung, MC-Fragen sowie die „Hausaufgaben“. Pflicht ist die Bearbeitung von 4 von 6 Patientenfällen der „virtuellen Poliklinik (VP)“. Je nach Fall müssen dabei zwischen 4 und 12 Einsendeaufgaben eingeschickt werden. Die Qualität der Antworten überprüfen die Studierenden anhand des Vergleichs mit einer Musterantwort.

Fragestellung: Es sollte geklärt werden:

1.
Wie werden die Angebote genutzt und beurteilt?
2.
Wie ernsthaft werden die Fälle der VP bearbeitet?
3.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für vergleichbare Online-Angebote?

Methodik: Es wurden die elektronisch erfassten Benutzerprotokolle und Evaluationen von 805 Studierenden von 3 Wintersemestern retrospektiv ausgewertet. Es wurden standardisierte Bewertungsschemata zur Auswertung der Befundbeschreibungen sowie der korrekten Antworten der Einsendeaufgaben der VP entwickelt. So wurden 2974 Befundbeschreibungen und 20 861 eingesandte Antworten beurteilt. Nach einer Zwischenauswertung wurden 25% der Einsendefragen überarbeitet und der Effekt prospektiv im WS 2006/2007 erfasst.

Ergebnisse: Durchschnittlich wurden 4,4 Fälle der VP bearbeitet. Die Bearbeitungszeit eines Falls dauerte zwischen 19 und 64 Minuten, die einer Einsendeaufgabe zwischen 3 und 6 Minuten. Sie war länger, wenn der Online-Fall vor der Präsenzveranstaltung angeboten wurde. Sie nahm im Laufe des Semesters ab, ohne dass die Korrektheit der Antworten abnahm. Der Zeitpunkt der Präsentation des Falls während des Semesters hatte keinen Einfluss auf die Ergebnisse. Die Qualität der Befundbeschreibung und Differentialdiagnosen änderte sich im Laufe des Kurses nicht. Geänderte Formulierungen von Wissensfragen führten zur signifikant besserer Beantwortung, nicht dagegen die von Transfer-Fragen. Die fakultativen Angebote wurden von 40% (MC-Fragen), 50% (Repetetitorium; zu Anfang) – 75% (zuletzt), < 60% (Befundbeschreibung) und > 90% (Hausaufgaben) genutzt. Das Gesamtkonzept wurde durchschnittlich mit 1,7 (Schulnotenskala) bewertet.

Schlussfolgerungen: Die Anzahl der Abfragen und die Positionierung des Falles während des Semesters entschied über die Länge der Bearbeitungszeit. Die Positionierung des Online-Falles vor der Präsenzveranstaltung verlängerte die Beschäftigungszeit. Diese korrelierte mit dem Gesamtergebnis. Fakultative Online-Angebote wurden nur genutzt, wenn sie in die Präsenzlehre integriert waren. Die Befundbeschreibung wurde nicht adäquat vermittelt. Auswertungen wie diese erlauben es, Schwachstellen von Lehrangeboten zu identifizieren.


Literatur

1.
Ochsendorf FR, Boehncke WH, Sommerlad M, Kaufmann R. Interactive large-group teaching in a dermatology course. Med Teach. 2006;28(8):697-701
2.
Ochsendorf F, Beschmann H, Weberschock T, Gille J, Kaufmann R. TIP TOP Dermatologie Praktikum: erfolgreiche Kombination von Präsenzlehre und E-Learning. GMS Z Med Ausbild. 2008;25(1):Doc23. Zugänglich unter: http://www.egms.de/en/journals/zma/2008-25/zma000507.shtml. Externer Link