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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Die Ärztliche Basisprüfung im AACHENER MODELLSTUDIENGANG MEDIZIN – eine Integration theoretischer und praktischer Prüfungsmodule unter standardisierten Bedingungen

Vortrag

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  • corresponding author Sonja Finsterer - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Aachen, Deutschland
  • author Johann Arias - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Aachen, Deutschland
  • author Klaus Niemann - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5V089

DOI: 10.3205/09gma089, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0899

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Finsterer et al.
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Gliederung

Text

Durch die Einrichtung des AACHENER MODELLSTUDIENGANGS MEDIZIN wird die starre Grenze zwischen Vorklinik und Klinik aufgehoben. Besonders vom 3. bis zum 6. Semester werden die Unterrichtseinheiten organbezogen und interdisziplinär gestaltet. Die Beteiligung mehrerer Fächer an einer Unterrichtseinheit stellt neue Herausforderungen an die inhaltliche Konzeption, Organisation und Koordination jeder Veranstaltung und verlangt gleichzeitig die Entwicklung neuer Prüfungsmodalitäten.

Die Ärztliche Basisprüfung findet am Ende des 6. Fachsemesters als universitäre Prüfung statt und prüft gemäß §41 der ÄAppO die im Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nachzuweisenden Kenntnisse und Fertigkeiten. Aufgrund des interdisziplinären Ansatzes sind – zusätzlich zum theoretischen Basiswissen – bereits klinische Wissensinhalte und praktische Fertigkeiten der ärztlichen Tätigkeit prüfungsrelevant.

Die Ärztliche Basisprüfung besteht aus einer mündlich-praktischen Prüfung in Form einer OSPE (Objective Structured Practical Examination) und einer Multiple-Choice-Klausur.

Im Rahmen des mündlich-praktischen Prüfungsteils durchlaufen die Kandidaten an einem Tag in festgelegten Zeitintervallen Prüfungsstationen, die insgesamt 12 Themengebiete abbilden. Die Leistungen werden von Prüfern anhand einer standardisierten Checkliste und nach einem einheitlichen Bewertungsmaßstab bewertet und dokumentiert. Die Erstellung der Prüfungsaufgaben durchläuft einen dreifachen Reviewprozess, in dem die Prüfungsinhalte, die Formulierung der Fragen und die naturwissenschaftliche und klinische Relevanz anhand des Lernzielkatalogs überprüft werden. Abschließend werden die ca. 200 mündlich-praktischen Prüfungsaufgaben und die 120 MC-Fragen vom Prüfungsausschuss verabschiedet. Zur Qualitätssicherung findet eine Nachbewertung (Item-Analyse) statt, anhand derer Ergebnisse, Korrekturen und Verbesserungsvorschläge für künftige Prüfungsaufgaben erarbeitet werden.

Nach nunmehr 6 Prüfungsdurchläufen konnte das neue Prüfungsformat zunehmend optimiert werden. Die Kombination aus einer objektiv strukturierten mündlichen Prüfung und einer praktischen Prüfung unter standardisierten Bedingungen erwies sich als adäquates Instrument, den Leistungsstand der Studierenden im AACHENER MODELLSTUDIENGANG MEDIZIN zu kontrollieren und das Konzept der interdisziplinären Ausbildung zu überprüfen.

Um die hohe Qualität dieser universitären Prüfung sicherzustellen, wurden Leitlinien entwickelt, die Qualitätsanforderungen an Objektivität, Reliabilität und Validität, unter Berücksichtigung internationaler Standards, definieren.

Diese neue Prüfungsform gewährleistet aufgrund der objektiven Bewertungsskala und des intensiven Review-Prozesses eine kontinuierlich steigende Qualität der Prüfungsaufgaben. Nach der Einführung der Ärztlichen Basisprüfung wurde von Studierenden in studienbegleitenden Evaluationen eine Verbesserung ihres praktischen, fachübergreifenden und klinischen Wissens angegeben.