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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Gibt es Geschlechtsunterschiede bei Fächerpräferenzen von Medizinstudierenden in Wien?

Poster

  • corresponding author Angelika Hofhansl - Medizinische Universität Wien, Besondere Einrichtung für Med. Aus- und Weiterbildung, Curriculumkoordination, Wien, Österreich
  • author Andrea Praschinger - Medizinische Universität Wien, Besondere Einrichtung für Med. Aus- und Weiterbildung, Curriculumkoordination, Wien, Österreich
  • author Bianca Schuh - Medizinische Universität Wien, Besondere Einrichtung für Med. Aus- und Weiterbildung, Curriculumkoordination, Wien, Österreich
  • author Ulrike Willinger - Medizinische Universität Wien, Univ. Klinik für Neurologie, Wien, Österreich

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT2P044

DOI: 10.3205/09gma044, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0444

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Hofhansl et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Geschlechtsunterschiede in den Fächerpräferenzen von Medizinstudierenden sind Gegenstand zahlreicher Forschungsarbeiten [1], [2]. Seit Krajic et al. [3], [4], Pelikan et al. [5] und Voracek et al. [6], [7] liegen keine aktuellen Daten zu Fächerpräferenzen von Medizinstudierenden in Wien vor.

Fragestellungen: Welche zukünftigen Fachrichtungen werden zum Zeitpunkt der Erhebung am stärksten präferiert? Haben Geschlecht und Studienjahr einen Einfluss auf die Präferenz für ein zukünftiges Ausbildungsfach?

Methoden: In einem Querschnitts-Design wurden im Sommersemester 2008 Medizinstudierende aus dem 1., 3., und 6. Studienjahr (Total n = 433) mittels Fragebögen untersucht. Neben der Erhebung von soziodemographischen Variablen wurde unter anderem eine Fächerliste mit insgesamt 49 medizinischen Fachrichtungen zur Auswahl eines präferierten Fachgebietes vorgegeben.

Ergebnisse: Die stärkste Fächerpräferenz gilt den internistischen (35%) und chirurgischen Fächern (23%; beide bei Männern sign. häufiger). Am wenigsten präferiert werden theoretische, nicht-klinische Fächer (2,5%, keine sign. Geschlechtsunterschiede). Psychiatrische Fächer, Kinder- und Jugendheilkunde und Gynäkologie werden signifikant häufiger von Frauen gewünscht. Ferner lassen sich signifikante Jahrgangsunterschiede in den Fächerpräferenzen feststellen.

Schlussfolgerungen: Die deutliche Gender-Differenz in der zukünftigen Fächerpräferenz ist angesichts der zunehmenden Feminisierung der Medizin (immer mehr Frauen absolvieren das Medizinstudium) von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Mögliche daraus resultierende Implikationen für die MUW (z.B. frühzeitiges Informieren über die Aufgabenfelder der einzelnen Fächer) werden im Beitrag diskutiert.


Literatur

1.
Dorsey ER, Jarjoura D, Rutecki GW. The influence of controllable lifestyle and sex on the specialty choices of graduating U.S. medical students, 1996-2003. Acad Med. 2005;80(9):791-796. DOI: 10.1097/00001888-200509000-00002. Externer Link
2.
Gjerberg E. Gender similarities in doctors' preferences - and gender differences in final specialisation. Soc Sci Med. 2002;54(4):591-605. DOI: 10.1016/S0277-9536(01)00054-5. Externer Link
3.
Krajic K, Glatz E, Pelikan JM. AbsolventInnen im reformierten Medizinstudium: Zwischenergebnisse einer Befragung von AbsolventInnen der Medizinischen Fakultäten Wien und Graz im Studienjahr 1989/90. Wien; Ludwig Boltzmann-Institut für Medizinsoziologie; 1990.
4.
Krajic K, Leth J, Pelikan JM. Sozialwissenschaftliche Untersuchungen zum reformierten Medizinstudium in Österreich. 2. Stufe Studentenbefragung: Medizinstudenten am Beginn des 8. Studiensemesters - Studienverlauf und Studienerfahrungen in Wien und Graz.. Wien; Ludwig Boltzmann-Institut für Medizinsoziologie in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Medizinsoziologie: 1988.
5.
Pelikan JM, Dür W, Hubenstorf M, Krajic K, Reiger H. Medizinstudenten in Österreich - Absolventenbefragung. Endbericht. Wien; Österreichische Gesellschaft für Medizinsoziologie: 1983.
6.
Voracek M, Jandl-Jager E, Springer-Kremser M. (2001). Medical students' attitudes towards psychotherapy: An intervention-based pre-post comparison study. Wien Klin Wochenschr. 2001;113:408-415.
7.
Firbas W. Psychotherapie - Mangelerscheinung im Medizinstudium? Wien Klin Wochenschr. 2001;113:395-396.