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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Stressbelastung und körperliche Beschwerden bei Medizinstudierenden im vorklinischen Studienabschnitt

Vortrag/lecture

  • corresponding author Wolfgang Hannöver - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Ulrike Drews - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Jan Haugk - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Juliane Hecht - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Philipp Poppe - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Sebastian Rentz - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Hans-Joachim Hannich - Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma106

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma106.shtml

Eingereicht: 15. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008
Veröffentlicht mit Erratum: 21. August 2008

© 2008 Hannöver et al.
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Gliederung

Text

Die Anforderungen an Medizinstudierende im vorklinischen Studienabschnitt sind vielfältig. Neben einer Vielzahl von Anpassungsleistungen im persönlichen Umfeld, tragen die Anforderungen aus dem Studium zusätzlich zu einer erhöhten Belastung bei, die von einigen als Stress verarbeitet werden. Die Zusammenhänge zwischen Stressbelastung und Gesundheit sind hinreichend bekannt. Gegenstand dieser Studie war es, das Ausmaß der Stressbelastung in Beziehung zum aktuellen Gesundheitszustand bei Medizinstudierenden des vorklinischen Studienabschnitts zu untersuchen.

Im Zeitraum zwischen dem 09.04. und dem 14.04. 2008 wurde in zwei zentralen Einführungsvorlesungen des zweiten und des vierten Fachsemesters eine anonymisierte Querschnittbefragung durchgeführt. Von den insgesamt 387 (188 im 2., 199 im 4. Semester) konnten 292 (137 im 2., 155 im 4. Semester) erreicht werden. Das entspricht einer Rücklaufquote von 75 %. Die Stressbelastung wurde mittels des „Test zur Stressbefährung“ erhoben, der aktuelle Gesundheitszustand mittels des „Giessener Beschwerdebogens“. Die beobachteten Werte wurden zu Normwerten in Beziehung gesetzt. Zusätzlich wurden soziodemographischen Angaben und Fragen zum Gesundheitsverhalten erhoben.

Die wahrgenommene Stressbelastung bei 29 % der Medizinstudierenden erhöht, wobei Frauen jeweils ein höheres Ausmaß an Stressbelastung wahrnahmen. In dem vier Beschwerdebereichen Erschöpfungsneigung, Herzbeschwerden, Gliederschmerzen und Beschwerden mit dem Verdauungsapparat lagen jeweils 66 %, 28 %, 34 % und respektive 26 % im Bereich des vierten Quartils der Normwerte aus der Allgemeinbevölkerung. Auch berichteten Frauen die jeweils höheren Werte. Ebenfalls wurden höhere Werte im höheren Semester beobachtet.

Die wahrgenommene Stressbelastung sowie die berichteten körperlichen Beschwerden Medizinstudierender des vorklinischen Abschnitts legen nah, dass das Studium mit seinen vielfältigen Anforderungen als Belastung wahrgenommen wird. Diese finden ihr Pendant in einer höheren Rate von berichteten körperlichen Beschwerden. Somit stellen die Anforderungen durch das Studium für eine Gruppe von Studierenden einen gesundheitlichen Risikofaktor dar.


Erratum

Bei der Erstveröffentlichung wurde der Autor Hans-Joachim Hannich irrtümlicherweise nicht genannt.