gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Die Verzichtbarkeit von multimedialen Onlinekursen im Medizinstudium

Vortrag/lecture

Suche in Medline nach

  • corresponding author Christoph Pabst - Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Radiologie, Marburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma55

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma055.shtml

Eingereicht: 14. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Pabst.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Die Studie des Fachbereichs Radiologie der Philipps-Universität Marburg befasste sich mit der Fragestellung, ob Onlinekurse mit Animationen und interaktiven Übungsaufgaben gleichwertigen Lernskripten ohne entsprechende multimediale Elemente überlegen sind. Die Onlinekurse wurden auf Basis des lizenzfreien Lern-Management-Systems ILIAS (k-MED) realisiert.

Methodik: Die kontrollierte, randomisierte und experimentelle Studie wurde in Form eines Kreuzversuches angelegt. Im Sommersemester 2007 wurden 131 Studierende des Grundlagenkurses der Radiologie in zwei Gruppen A (66 Probanden) und B (65 Probanden) eingeteilt. Zwei inhaltlich verschiedenen Onlinekursen wurden zwei gleichwertige PDF-Dokumente gegenübergestellt. Beide Medien wurden über eine Lernplattform zur Nutzung angeboten. Die Gruppe A erhielt den Onlinekurs „Grundlagen der Strahlendiagnostik“ und das PDF „Grundlagenkurs der Magnetresonanz-Tomographie“. Die Gruppe B erhielt den Onlinekurs „Grundlagenkurs der Magnetresonanz-Tomographie“ und das PDF „Grundlagen der Strahlendiagnostik“. Damit standen jeder Gruppe beide Medien (Onlinekurs und Lernskript) zur Verfügung. Aufgrund der Teilergebnisse der Abschlussklausur konnte der Lernerfolg zu den jeweiligen Themen und Medien im Vergleich zwischen den beiden Gruppen objektiv bewertet werden.

Ergebnisse: Zwischen den beiden Gruppen und damit zwischen den beiden Medien Onlinekurs und Lernskript als PDF konnte in Bezug auf den Lernerfolg kein statistisch signifikanter Unterschied festgestellt werden. Aufwändig erstellte Animationen und interaktive Übungsaufgaben ergaben keinen Vorteil gegenüber den PDF-Dokumenten mit ausschließlich Texten, Bildern und nicht-interaktiven Übungsaufgaben.

Schlussfolgerung: Wenn aufwändige und damit teure Onlinekurse gegenüber einfacheren Lernskripten (z.B. zum Download als PDF angeboten) keine Vorteile in Bezug auf den Lernerfolg der Studierenden haben, stellt sich die Frage, inwiefern es sich weiterhin lohnt, in die Erstellung neuer Onlinekurse zu investieren. Lernskripte lassen sich u.a. bei Bedarf einfach ausdrucken, offline am Bildschirm bearbeiten oder mit Notizen versehen. Die vermehrte Bereitstellung von Lernskripten als PDF wäre also nicht nur eine sinnvolle Maßnahme zu Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz der elektronischen Lehre, sie böte zudem auch weitere Vorteile gegenüber den Onlinekursen.