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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Fallbasierte Lösungsbeispiele fördern die Diagnosekompetenz im klinischen Studienabschnitt: eine Replikationsstudie

Poster

  • corresponding author Veronika Kopp - Klinikum der Universität München, Medizinische Klinik – Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • Robin Stark - Universität des Saarlandes, Fakultät für Empirische Humanwissenschaften, Fachrichtung Erziehungswissenschaft, Homburg/Saar, Deutschland
  • author Lisa Kühne-Eversmann - Klinikum der Universität München, Medizinische Klinik – Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • author Martin R. Fischer - Klinikum der Universität München, Medizinische Klinik – Innenstadt, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma38

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma038.shtml

Eingereicht: 13. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Kopp et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Viele Studierende der Medizin haben im klinischen Studienabschnitt Probleme beim Diagnostizieren von Krankheiten. Um die Diagnosekompetenz (operationalisiert durch konzeptuelles Wissen und handlungsnähere Wissensaspekte) der Studierenden zu fördern, wurde eine Lernumgebung zum fallbasierten Lernen mit Lösungsbeispielen entwickelt. Zur Steigerung ihrer Effektivität wurden die Lösungsbeispiele mit Fehlern und elaboriertem Feedback angereichert und systematisch variiert. In einer ersten Studie im Bereich Hypertonie konnte die Wirksamkeit der Lernumgebung bereits nachgewiesen werden [1]. Es zeigte sich, dass der Erwerb konzeptuellen Wissens am besten sowohl durch Fehler als auch durch elaboriertes Feedback gefördert wurde (Haupteffekte Fehler und Feedback). Bei der Förderung von handlungsnäheren Aspekten erwies sich die Kombination von Fehlern und elaboriertem Feedback als am wirkungsvollsten. Diese Ergebnisse sollten in einem anderen Bereich (Schilddrüsenüberfunktion) repliziert werden.

Methode: Im Rahmen einer experimentellen Laborstudie wurden 124 Studierende im klinischen Studienabschnitt den Bedingungen des 2x2-faktoriellen Designs zufällig zugewiesen (mit Fehler vs. ohne Fehler und elaboriertes Feedback vs. Knowledge of Correct Result Feedback).

Ergebnisse: Der Erwerb konzeptuellen Wissens wurde durch elaboriertes Feedback gefördert; die Interaktion Fehler x Feedback verfehlte knapp die Signifikanzgrenze. Bei handlungsnäheren Aspekten zeigte sich ein signifikanter Interaktionseffekt Fehler x Feedback. Die Studierenden profitierten dann von fehlerhaften Lösungsbeispielen, wenn diese mit elaboriertem Feedback kombiniert wurden. Zudem erwies sich elaboriertes Feedback alleine bereits als förderlich für den Erwerb von handlungsnäheren Diagnosekompetenzaspekten (Haupteffekt Feedback). Die Effekte waren unabhängig vom Vorwissen der Studierenden und der Lernzeit.

Schlussfolgerung: Wesentliche Ergebnisse der ersten Studie aus dem Bereich Hypertonie konnten in der zweiten Studie für den Bereich Schilddrsenberfunktion repliziert werden. Fallbasiertes Lernen mit fehlerhaften Lösungsbeispielen und elaboriertem Feedback stellt einen viel versprechenden Ansatz dar, um den Erwerb von Diagnosekompetenz bei Studierenden der Medizin substanziell und auf ökonomische Weise zu fördern.


Literatur

1.
Kopp V et al. Fostering diagnostic knowledge through computer-supported case-based worked examples: the effects of erroneous examples and feedback. Med Educ. 2008 (in Druck).