gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Animierte elektronische Lehre gegenüber statischem Lehrbuchunterricht am Beispiel der Pankreas-Ontogenese

Poster

  • corresponding author Sonia Dittrich - J. W. Goethe-Universität, Fachbereich Medizin, Dr. Senckenbergische Anatomie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Gertrud Klauer - J. W. Goethe-Universität, Fachbereich Medizin, Dr. Senckenbergische Anatomie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Britta Schwalm - J. W. Goethe-Universität, Fachbereich Medizin, Dr. Senckenbergische Anatomie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Frank Nürnberger - J. W. Goethe-Universität, Fachbereich Medizin, Dr. Senckenbergische Anatomie, Frankfurt am Main, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma36

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma036.shtml

Eingereicht: 13. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Dittrich et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Die Untersuchung geht der Frage nach, ob animierte Selbstlernmodule mit Filmsequenzen am Beispiel der Embryonalentwicklung des Pankreas den statischen Lehrbuchdarstellungen überlegen sind.

Methodik: Die Ontogenese des Pankreas wurde mit Hilfe eines Animationsprogramms (Flash, Adobe, München) in einem elektronischen Selbstlernmodul (SLM) zusammengefasst. Im Anatomiekurs „Innere Organe“ (2. Semester; SS 2008) wählten wir 8 Tischgruppen (n=100 Studierende) aus, die an der Klärung der Fragestellung teilnehmen sollten. Einer Modulgruppe (n=50) wurde das selbsterstellte e-learning Modul zur Pankreasentwicklung online angeboten. Eine Kontrollgruppe (n=50) erhielt ein Handout, das in Schrift- und statischer Bildform alle im e-learning SLM angesprochenen Aspekte der Pankreasentwicklung enthielt. Die Teilnahme war freiwillig, jedoch nachdrücklich erbeten. Nach Aufklärung über das Projekt folgte eine einwöchige Bearbeitungsphase des jeweils zugewiesenen Lehrmaterials und anschließend eine Prüfung. Zu dieser wurden 10 Multiple-Choice Fragen über eine Phase von 4 Tagen im Netz der Universität Frankfurt zur einmaligen Bearbeitung angeboten. Die Motivation und der Wissenszuwachs wurden durch einen Fragebogen erfasst. Nach weiteren 2 Wochen wurden im Rahmen der Abschlussklausur des Anatomiekurses allen Studierenden (n=500) 2 Fragen zur Pankreasentwicklung gestellt, die den Vergleich zwischen den speziell geschulten Studierenden und allen anderen Studierenden ermöglichen sollten.

Ergebnisse: Das Pankreasmodul beschreibt in überwiegend kontinuierlich ablaufenden Animationen die komplexen Prozesse der Differenzierung, Migration und Größenzunahme der Bauchspeicheldrüse. In der Einleitung wird die Zielsetzung dargestellt, Selbsttests sind eingegliedert und die wichtigsten Aspekte sind abschließend zusammengefasst. Beendet wird das Modul durch eine IMPP-Prüfungsfrage zum Thema.

Die Testergebnisse aus den 10 MC-Fragen zeigen eine Tendenz zugunsten der Modulgruppe, wobei die Motivation erheblichen Einfluss hatte (das Modul wurde von 80% als positiv bewertet; Bearbeitung der Netzprüfung: 50% Modulgruppe/20% Kontrollgruppe; volle Punktzahl Abschlussklausur: 35% Modulgruppe/10% Kontrollgruppe). Durch die SLMs werden wesentlich mehr Studierende (50% freiwillige Teilnahme an der Netzprüfung) an das Lernen komplexer Prozesse herangeführt als durch statische Lehrbuchbeiträge (20% freiwillige Teilnahme). Es zeigte sich, dass selbst die Lehre durch engagierte, gute Lehrende weniger Lernerfolg (23% Maximalleistung in der Abschlussklausur) aufwies als die SLMs (35% Maximalleistung).

Schlussfolgerung: Animierte SLMs zur Embryologie tragen gerade durch Visualisierung der Zwischenschritte zwischen den einzelnen Entwicklungsstadien in der Embryonalentwicklung zum verbesserten Verständnis der Embryologie bei. Zudem dienen sie zusätzlich als motivationsförderndes Moment beim Lernen und werden überwiegend als hilfreicher zum Verständnis empfunden als ein Lehrbuch.