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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Vertikale und horizontale Vernetzung in der Lehre – „buzz word“ oder messbare Verbesserung? – das Pilotprojekt „Viszera“

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma34

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma034.shtml

Eingereicht: 13. Mai 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Müller-Hilke et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Wie wirkt sich vernetzte Lehre auf die Zufriedenheit und den Lernerfolg der Studierenden aus?

Im WS 07/08 wurde erstmalig ein 5-wöchiger Themenblock implementiert, bei dem die Viszera-relevanten Inhalte der Vorlesungen Innere Medizin, Chirurgie, Bildgebende Verfahren, Pharmakologie und Pathologie zeitlich und inhaltlich vernetzt gelesen wurden. Um die Zufriedenheit der Studierenden und deren Akzeptanz für diesen Themenblocks zu erfahren, wurde sowohl nach Abschluss des Themenblocks als auch zum Ende des Semesters eine Befragung vorgenommen. Der Lerneffekt wurde durch eine Klausur zum Abschluss des Themenblocks überprüft und mit den entsprechenden Klausurergebnissen des Vorjahres verglichen.

Die durchschnittliche Anwesenheit während des Themenblocks wurde von den Studierenden direkt nach Abschluss des Blocks mit 71,1% und rückblickend am Ende des Semesters mit 74,4% angegeben. Im Gegensatz dazu lag die Anwesenheit bei den entsprechenden Vorlesungen für den Rest des Semesters bei durchschnittlich nur 50,3%. Als durchschnittliche Gesamtnote für den Themenblock wurde direkt im Anschluss eine 1,92 und rückblickend am Ende des Semesters eine 2,01 gegeben. Der Rest des Semesters wurde hingegen nur mit einem Durchschnitt von 3,08 bewertet. Der Lerneffekt während des Themenblocks wurde rückblickend mit durchschnittlich 1,79 und der Rest des Semesters mit 4,03 bewertet. Für die Bewertung der einzelnen Fächer während des Themenblocks wurde nach dem subjektiven Wissenszuwachs, der Struktur der jeweiligen Veranstaltung, dem Vernetzungsgedanken, gewecktem Interesse und Klausurvorbereitung gefragt. Die Einzelbewertungen schwankten zwischen 1,8 und 3,4. 88,5 % der Studierenden wünschten sich weitere Themenblöcke.

Die durchschnittlich erreichte Punktzahl bei der Viszeraklausur lag bei 87,3 %, wobei die erreichten Punktzahlen für die Fächer Innere Medizin (98,3%) und Chirurgie (93,9%) oberhalb, für die Fächer Pharmakologie (85,3%), Radiologie (68,8%) und Pathologie (68,3%) unterhalb des Durchschnitts lagen. Die durchschnittlich erreichten Punktzahlen bezüglich der Fragen zur Viszeralchirurgie innerhalb der Klausur Chirurgie und bezüglich der Gastroenterologie innerhalb der Klausuren Innere Medizin, Radiologie und Pathologie des Vorjahres lagen bei 66,3%, 83,6%, 79% und 57,5%. Bei der Pharmakologie gab es keine Vergleichsfragen aus früheren Jahren, da die Pharmakologie des Gastroenteraltrakts neuer Vorlesungsinhalt war.

Der Themenblock „Viszera“ wurde von den Studierenden als Motivationsschub für ihr weiteres Studium erlebt und die Vernetzung der Vorlesungsinhalte führte zu höheren Anwesenheitsquoten in den Vorlesungen, erhöhtem subjektiven Lerneffekt und mehr Spaß. Ein objektiv verbesserter Lerneffekt stellte sich in den beiden Fächern ein, die eine sehr gute und gute Einzelbewertung erhalten hatten. Damit bietet die vertikale und horizontale Vernetzung eine formale Plattform, mit der Lehre sowohl subjektiv als auch objektiv verbessert werden kann.